Forschung + Innovation
Intelligenter Schulranzen und beheizte Maus bei „Jugend forscht“

Stress mit dem Lehrer haben die drei Jungs in Zukunft nicht mehr: Till Hoffmann, Hannes Weber und Thi Bui-Ngoc haben den intelligenten Schulranzen entworfen. Der soll schusselige Schüler morgens an Mathebuch, Vokabelheft und Brotdose erinnern.

dpa STUTTGART. Stress mit dem Lehrer haben die drei Jungs in Zukunft nicht mehr: Till Hoffmann, Hannes Weber und Thi Bui-Ngoc haben den intelligenten Schulranzen entworfen. Der soll schusselige Schüler morgens an Mathebuch, Vokabelheft und Brotdose erinnern.

„Das Mitdenken kann man sich praktisch sparen“, freut sich der 15-jährige Till aus Aalen. „Und mit dem Lehrer muss man nicht mehr streiten, weil das Hausaufgabenheft zu Hause auf dem Schreibtisch schlummert.“

Die drei Tüftler präsentieren ihren Schulranzen auf dem Baden-Württemberger Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in Stuttgart. Dort konkurrieren die beheizte Computermaus, der ergonomische Schweißstuhl und der selbstständig einparkende Laster mit vielen anderen Arbeiten um den besten Platz. An diesem Donnerstag werden die Sieger gekürt, neun Teams dürfen zum Bundesentscheid vom 26. bis 29. Mai nach Dortmund. Bundesweit haben sich knapp 9 000 Teilnehmer für „Jugend forscht“ angemeldet.

Das Schulranzensystem basiert auf der Transpondertechnologie. Auf Buch, Heft und Dose kleben so genannten Smart Labels, Chips in Kreditkartengröße. Über eine Spirale im Chip geben sie einer Antenne im Ranzen ein Kontaktsignal. Liegt die Stulle in der Küche, blinkt auf dem Display des angeschlossenen Computers oder auf dem mobilen Display etwa eines Handys das Feld „fehlt“. Den 16-jährigen Hannes aus Blaubeuren begeistert die Technologie: „Die Transponder sind im Kommen. Unser System kann man dann auch auf Arzt- oder Aktenkoffer ausweiten.“

Der Leiter des Landeswettbewerbs, Jürgen Lücke, sieht den großen Einfluss, den technische Entwicklung und gesellschaftliche Moden auf die Arbeiten haben: „Die wandeln sich so, wie sich die Gesellschaft wandelt.“ So seien Computer- und Multimediatechnik dieses Jahr stark vertreten. Dabei begeistern sich nicht nur Jungen für die Forschung. „Die Zahl der Mädchen hat sich in den letzten Jahrzehnten verdreifacht. Das ist ein tolles Zeichen.“

Wer den Landeswettbewerb gewinnt, entscheiden knapp 40 Juroren. „Meist sind die komplexen Arbeiten die besten. Da guckt man drei Mal hin, bevor man weiß, um was es geht“, erzählt Organisatorin Sabine Pottgiesser von der Robert Bosch Gmbh mit einem Lächeln. Offen bleibt, ob der intelligente Schulranzen bei allen Schülern gut ankommt. Ein Junge murmelt: „Eigentlich ist es ja doof: Jetzt habe ich keine Ausrede mehr, wenn ich meine Hausaufgaben nicht gemacht habe.“

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