Interdisziplinäre Versorgung
Mediziner arbeiten enger zusammen

Schon lange vermuten Gesundheitsökonomen, dass eine interdisziplinäre Versorgung nicht nur die Behandlungsqualität in Krankenhäusern verbessere, sondern auch preiswerter sei. Eine gestern veröffentlichte Studie, an der 101 Patienten über 65 Jahren teilnahmen, scheint diese Annahme zu bestätigen.

HB/ant FRANKFURT. Bislang arbeiteten am Berliner Großklinikum Vivantes im Bereich der Altersmedizin die Ärzte an der Klinik für Innere Medizin und der Klinik für Psychiatrie nebeneinander her, wie es bundesweit üblich ist. Anfang des Jahres gründeten die beiden Kliniken jedoch eine gemeinsame Station, die sowohl Patienten mit Oberschenkelhalsbruch als auch mit Depressionen aufnimmt.

Vom ersten Tag des Krankenhausaufenthaltes an erfolge eine gemeinsame Visite durch Ärzte beider Fachgebiete, erläutert Claus Köppel, Direktor der Klinik für Innere Medizin. So werde schnell erkannt, ob neben einem psychischen auch ein körperliches Leiden vorliege. „Das ist bei Senioren besonders oft der Fall.“ Zudem könne der Behandlungsablauf optimal abgestimmt werden.

Die Zimmer der 28-Betten-Station würden möglichst immer mit zwei Patienten belegt, bei denen unterschiedliche Indikationen festgestellt wurden. „Gerade für depressive Menschen kann es heilsam sein, einem Mitpatienten zur Hand zu gehen, der etwa durch einen Knochenbruch ans Bett gefesselt ist“, schildert Köppel einen positiven Nebeneffekt.

Eine Studie, die das Projekt vom ersten Tag an begleitete, kommt nach Angaben des Klinikums aber auch in anderer Hinsicht zu ermutigenden Ergebnissen. Die durchschnittliche Liegezeit sei bereits in den ersten sechs Monaten um einen Tag verkürzt worden, was den Krankenkassen nach dem derzeitigen Abrechnungssystem bares Geld spart.

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