Internationale Raumstation
Die ISS spreizt ihre Sonnensegel

Der Ausbau der internationalen Raumstation hat eine neue Dimension erreicht. Mehr als 330 Kilometer über dem Pazifik haben zwei Astronauten in der Nacht zum Dienstag ein Sonnensegel für die Energieversorgung der ISS montiert. Nun wurde es erfolgreich entfaltet. Ein wenig Kopfzerbrechen bereitet dagegen die Raumfähre Atlantis.

HB WASHINGTON. Nahezu problemlos wurde am Dienstag ein Paar neuer Sonnensegel automatisch entfaltet. Die siebenköpfige Crew der amerikanischen Raumfähre „Atlantis“ hatte das 17,5 Tonnen schwere Segment mit den Sonnenpaneelen am Vortag an der rechten Seite der ISS angebracht. Am Mittwoch soll dann noch ein drehbares Gelenk installiert werden, um die Segel auf die Sonne ausrichten zu können.

Die Segel haben jetzt eine Spannweite von mehr als 70 Metern und glänzen golden in der Sonne. Sie können sich aber derzeit noch nicht frei drehen und automatisch nach der Sonne ausrichten. Dazu müssen bei einem Außeneinsatz im freien All am Mittwoch erst alle Sicherheitsbolzen aus dem Drehgelenk entfernt werden. Die beiden Nasa-Astronauten Steve Swanson und Pat Forrester sollen außerdem dabei helfen, ein altes Sonnensegel zusammenzufalten, das noch im Weg steht.

Die ISS benötigt mehr Energie für das europäische Weltraumlabor „Columbus“ und das japanische Forschungsmodul „Kibo“. Die „Atlantis“ soll das europäische Raumlabor im Dezember zur ISS fliegen.

„Atlantis“ bleibt länger im All

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa entschied zudem, die Mission der „Atlantis“ wegen eines Defekts an ihrem Hitzeschutzschild um zwei Tage zu verlängern. Der Schaden war bereits kurz nach dem Start des Shuttles entdeckt worden. Nun sei ein zusätzlicher Außeneinsatz geplant, um das Problem zu beheben. Als neuen Termin für die Rückkehr zur Erde nannte die Nasa den 21. Juni.

Es sei zwar nicht zu befürchten, dass der Schaden an der Raumfähre beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu einem Risiko für die Astronauten werden könnte, sagte Nasa-Projektleiter John Shannon. Wenn die defekte Kachel aber irgendwie gesichert werden könnte, dann brauche man sich gar keine Sorgen mehr machen. Die Techniker seien sich einig gewesen, dass auch die letzte Unsicherheit über mögliche Schäden unter der defekten Kachel beseitig werden sollte.

Die Nasa will mit der Reparatur vermeiden, dass sich der Schaden am Hitzeschild vergrößert, was dann längere Reparaturen am Boden erforderlich machen würde. Bei drei in diesem Jahr noch geplanten Raumfährenflügen wolle man keine Verzögerung in Kauf nehmen, sagte Shannon.

Die US-Raumfähre „Columbia“ war 2003 wegen eines Defekts im Hitzeschutzschild beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre explodiert. Alle sieben Astronauten an Bord kamen damals ums Leben. Danach war der Ausbau der ISS für dreieinhalb Jahre unterbrochen worden. Erst im vergangenen Jahr nahm die Nasa das 100-Milliarden-Dollar-Projekt wieder auf. Der Raumfahrtbehörde bleiben noch drei Jahre, um die Station fertig zu stellen. 2010 soll das letzte Shuttle der Flotte ausgemustert werden.

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