Internationale Weltraumstation ISS
Europäer finden ihren Platz im Weltraum

Jahrelang hat sich Thomas Reiter auf diesen Tag vorbereitet. Dabei wurden vor allem auch die Nerven eisern trainiert, immerhin musste das Rendezvous im All wegen der Shuttle-Probleme wieder und wieder verschoben werden. Nun ist es endlich soweit, der deutsche Astronaut kann seine neue Wohn- und Arbeitsstätte im Weltraum betreten.



HB PARIS/HOUSTON. Zwei Tage nach dem Start der Raumfähre „Discovery“ wird Reiter als erster Deutscher die Internationale Raumstation ISS betreten. Die „Discovery“ mit der siebenköpfigen Crew sollte am Donnerstag um 16.52 MESZ in 400 Kilometern über der Erde an die Weltraumstation ankoppeln. Der 48-jährige Reiter wird als insgesamt 13. Astronaut zu einem Langzeiteinsatz von mindestens sechs Monaten an Bord bleiben. Erstmals seit drei Jahren nach dem tödlichen Unglück der Raumfähre „Columbia“ arbeiten und leben damit auf der ISS wieder drei Raumfahrer.

Mit dem Andocken der „Discovery“ an die Internationale Weltraumstation ISS ist Reiter zunächst noch Crew-Mitglied der US-Raumfähre. Doch schon bald nach der lange ersehnten Ankunft des deutschen Astronauten wird der 48-jährige Ingenieur und Pilot mit ein paar Handgriffen zum dritten Mann dieser fliegenden Großkonstruktion 400 Kilometer über der Erde.

Um den Status zu wechseln, muss der Mann aus Frankfurt am Main lediglich seine maßgeschneiderte Sitzschale in der russischen Sojus einbauen. Die Sojus ist gegenwärtig an der ISS angedockt und soll die - mit Reiter - wieder dreiköpfige Besatzung im Ernstfall sicher zur Erde zurückbringen.

Nach einer kurzen Zeit an Bord übernimmt der Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation ESA ganz offiziell seine Funktion als zweiter Flugingenieur der „Expedition 13“. Dann kann er anwenden, was er in Trockenkursen gelernt hat: wie man die Station lenkt und kontrolliert, die Lebenserhaltungssysteme und die Umgebung der ISS überwacht, darauf achtet, dass das Raumfahrer-Trio im kommenden halben Jahr gesund und sicher bleibt. Und Anfang August unternimmt er als erster ESA-Astronaut auch einen Außenbordeinsatz.

„Das ist ein Meilenstein für die bemannte Raumfahrt in Europa“, freut sich der dafür zuständige ESA-Direktor Daniel Sacotte über den geglückten Flug zur Station: „Thomas ist nur der erste - ihm werden bald andere europäische Astronauten folgen, die Ära der langfristigen Präsenz der Europäer im Weltraum ist eingeläutet.“ Sollte es klappen, im September 2007 Europas Milliarden-Forschungslabor „Columbus“ mit einem Shuttle-Flug zur ISS zu bringen, dann könnte schon der nächste ESA-Astronaut für einen Langzeitbesuch mit von der Partie sein. Das Labormodul ist für mehr als ein Jahrzehnt der Forschung eingerichtet.

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