Investitionen für Klimaschutz notwendig
Neue Stromzähler braucht das Land

Alles spricht derzeit vom Klimaschutz, doch eines ist klar: Umsonst ist eine Umsetzung nicht zu haben. Nach Angaben der Elektroindustrie sind alleine für neue Stromzähler schon Milliardeninvestitionen in Deutschland notwendig.

HB HANNOVER. Um den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf 20 Prozent zu erhöhen, seien neue Stromzähler und ein intelligentes Management des Netzes notwendig, sagte Joachim Schneider, der Chef des Fachverbandes Energietechnik im Zentralverbandes der Elektroindustrie (ZVEI), am Dienstag auf der Hannover Messe.

Allein die Installation neuer Stromzähler in den 42 Mill. deutschen Haushalten erfordere Investitionen von acht bis zehn Mrd. Euro, meinte Schneider. Um das von Natur aus schwankende Angebot von Strom aus Wind und Photovoltaik in größerem Umfang nutzen zu können, müsse die gesamte Stromversorgung umgebaut werden, so dass nicht nur Erzeugung und Transport, sondern auch der Verbrauch über den Preis gesteuert werden könne. Mit den derzeitigen Stromnetzen könne schon heute zehn Prozent der Windenergie nicht mehr verarbeitet werden, sagte Schneider.

Nach Angaben des Präsidenten des Fachverbandes Energietechnik muss der Stromverbrauch künftig zudem über den Preis an das schwankende Angebot angepasst werden. Mit Hilfe neuer Stromzähler werde der Verbraucher künftig eine monatliche Stromrechnung erhalten, bei der Preis ähnlich wie heute bei der Handy-Rechnung nach Tageszeit schwanke.

Yello hofft auf neue Kunden mit „Sparzähler“

Der Stromanbieter Yello will bereits mit einem „Sparzähler“ neue Kunden ködern. Der Stromzähler zeige auch den aktuellen Verbrauch im Haushalt sekundengenau an und ermögliche dadurch eine bessere Kontrolle der Stromkosten, sagte Yello- Geschäftsführer Martin Vesper am Sonntag in Düsseldorf. In ersten Tests hätten Nutzer mit Hilfe der Daten den Verbrauch um rund fünf Prozent senken können. Als erste sollen 1000 Haushalte das Gerät im Alltag ausprobieren, für 2008 ist der breite Start geplant.

Man müsse nicht Yello-Kunde sein, um den neuen Zähler zu nutzen, betonte Vesper. Allerdings wäre dies ein logischer Schritt, weil die Abrechnung mit dem Gerät über Yello laufe. Die Daten werden von dem Zähler über das Internet automatisch an Yello übermittelt. Zuhause kann man den Stromverbrauch am Computer verfolgen, auch rückblickend. Wahrscheinlich werde der Yello-Stromzähler für eine monatliche Leihgebühr verfügbar sein, sagte Vesper. Preise nannte er noch nicht.

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