Iogen gelingt die Zellulose-Ethanol-Produktion erstmals in industriellem Umfang
Kanadier stellen aus Stroh Treibstoff her

Bio-Treibstoff aus Stroh: Die kanadische Iogen Corp.hat ein Verfahren entwickelt, mit dem erstmals in großen Mengen Ethanol aus Zellulose gewonnen werden können. Bisherige Verfahren verarbeiten Getreide oder Zuckerrüben. Es muss also kein zusätzliches Getreide für die Erzeugung dieses Bio-Kraftstoffs angebaut werden. „Wir eröffnen den Bauern somit eine weitere Einkommensquelle“, sagt Iogen-Vizepräsident Jeff Passmore.

OTTAWA.Ende April lieferte Iogen die ersten 5  000 Liter Zellulose-Ethanol aus seiner Demonstrationsanlage in Ottawa an den Mineralölkonzern Petro Canada in Montreal. Die Kanadier suchen nun einen Standort für ihre industrielle Ethanol-Anlage.

Seit 20 Jahren arbeitet das Unternehmen an der Entwicklung des Verfahrens für die Gewinnung des Alkohols. Iogen und ihre Partner investierten insgesamt 110 Mill. Kanada- Dollar (66 Mill. Euro) in die Forschung. Die Royal Dutch/Shell- Gruppe beteiligte sich mit 46 Millionen Dollar, Petro-Canada mit 24,7 Millionen und die kanadische Regierung mit 21,1 Millionen Dollar.

Ein ehemaliger Hangar des Flughafens von Ottawa beherbergt die Demonstrationsanlage, die einen maximalen Ausstoß von einer Million Liter Ethanol pro Jahr hat. Auf dem Firmengelände lagern 400 Kilogramm schwere Strohballen. Das Stroh wandert in eine Häckselmaschine und wird dann mit heißem Dampf behandelt – um die Fasern zu öffnen – bis eine schlammartige Masse entsteht.

Unterdessen produzieren Pilze der Gattung „Trichoderma reesi“ in einer Nährflüssigkeit das für die Zersetzung des Strohs benötigte Enzym. In vier 125  000 Liter fassenden Tanks spalten die Enzyme die Strohmasse dann binnen weniger Tage in eine sirupartige Flüssigkeit mit hohem Zuckergehalt und ein festes Abfallprodukt auf. Der süße Saft wird abgezapft, fermentiert und zu Ethanol destilliert.

Ethanol kann dem Benzin direkt oder nach einer weiteren Umwandlung als ETBE (Ethyltertialbuthylether) beigemischt werden. Nach EU-Recht dürfen in Europa derzeit maximal 5  % Ethanol zugefügt werden. In Nordamerika können alle Fahrzeuge einschließlich der europäischen Modelle mit einem Gemisch mit bis zu 10 % Ethanol fahren. Durch die Beimischung kann der Schadstoffausstoß des Treibstoffs verringert werden, ohne dass am Fahrzeug technische Änderungen notwendig sind.

Seite 1:

Kanadier stellen aus Stroh Treibstoff her

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%