ISS-Evakuierung
Der Letzte macht die Luftschleuse zu

Nach dem Aussetzen aller Sojus-Raketenstarts hat die Nasa eine mögliche Evakuierung der Internationalen Raumstation ins Auge gefasst – auch wenn ihr der Gedanke an eine leere ISS gar nicht behagt.
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DüsseldorfSie gilt als Außenposten der Menschheit im All könnte – doch wenn Russland die Probleme mit seiner Sojus-Rakete nicht in den Griff bekommt, könnte die Internationale Raumstation ISS bald menschenleer sein. Spätestens Mitte November, so verkündeten Nasa und die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos am Montag, müsste die derzeitige Crew von der Station abgezogen werden. Falls bis dahin kein Ersatz zur Station aufbrechen kann, würde die ISS für einige Zeit ohne Besatzung ihre Runden im All drehen.

Nach dem Absturz einer Sojus-Rakete mit einem unbemannten Raumtransporter vergangene Woche hatte Russland alle Starts mit dem betroffenen Trägersystem ausgesetzt. Ein für den 22. September geplanter Flug, der neue Besatzungsmitglieder zur ISS bringen soll, ist auf Ende Oktober oder Anfang November verschoben.

Doch ob die Rakete dann wirklich wieder eingesetzt werden kann, ist noch völlig offen. „Wenn wir die Sojus nicht bis Mitte November wieder im Einsatz haben, müssen wir die ISS evakuieren“, erklärte Nasa-Manager Mike Suffredini in einer Pressekonferenz.

Dabei sind es weniger Versorgungsprobleme, die den Verantwortlichen Kopfzerbrechen bereiten. Die ISS verfügt über genügend Vorräte, um die sechsköpfige Besatzung bis weit ins kommende Jahr versorgen zu können. Zudem könnten der europäische Raumtransporter ATV und das japanische Versorgungsraumschiff HTV – beide unbemannt – weiteren Nachschub zur Station transportieren.

Das eigentliche Problem stellen die beiden Sojus-Kapseln dar, die derzeit an der ISS angedockt sind. Die für jeweils drei Astronauten ausgelegten Raumschiffe sind das Rückfahr-Ticket für die Crew. Erreichen neue Besatzungsmitglieder mit einer „frischen“ Sojus die Station, verbleibt diese Kapsel an der ISS, während die abgelösten Raumfahrer mit dem bis dahin angekoppelten Modell zur Erde zurückkehren.

Doch die Sojus ist nur für maximal 200 Tage im Erdorbit ausgelegt, danach muss mit dem Ausfall wichtiger Bordsysteme gerechnet werden. Und die derzeit im All befindlichen Kapseln erreichen ihr „Verfallsdatum“ Ende Oktober respektive Ende Dezember.

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  • @Fizefaze: Bauen Sie Mohn in ihrem Kopf an?

  • Kann sein, daß ich spinne, aber: ich glaube, daß in den nächsten Monaten ("2012"?) ein kosmisches Großereignis stattfinden wird, daß die Welt, wie wir sie kennen, grundlegend verändern wird. Vielleicht die Ankunft ausserirdischer Raumschiffe, vielleicht auch was anderes. Die räumen die Station jetzt. Die Zeichen mehren sich... Meiner Meinung nach sind 10, 15, evtl. 20% der Menschheit bereits von der Existenz universellen Lebens überzeugt (hat vielleicht auch mit Intelligenz und Bildung zu tun...), die anderen min. 80% der Weltbevölkerung werden wohl oder übel mit der "unnbequemen Wahrheit", die uns nackten Affen bevorsteht, zu leben lernen müssen. Die Konsequenzen eines offiziellen "Ja, wir sind nicht allein im Universum" sind so gewaltig, daß der überwiegende Teil der Menschheit einen Kontakt mit Ausserirdischen einfach nicht akzeptieren kann. Alles - Geld (lol), Wirtschaft, Freizeit, Recht, Besitz- und Arbeitsverhältnisse, die Konsequenzen für die Welt, wie wir sie kennen, wären desaströs. Aber vielleicht ist dies der Lauf der Dinge. Vielleicht endet dann das menschliche "Mittelalter" mit Not, Leid, Krieg, Gier und Hass. Kann ja nur besser werden.

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