ISS-Nachschub
SpaceX findet Ursache für Raketenexplosion

Das Raumfahrtunternehmen des Tausendsassas Elon Musk musste Ende Juni eine herbe Schlappe einstecken: Auf dem Weg zur Raumstation ISS explodierte eine Rakete. Nun hat das Unternehmen den Fehler gefunden.
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New YorkEine zerbrochene Stahlstrebe hat nach ersten Erkenntnissen des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX die Explosion einer Rakete vor rund einem Monat verursacht.

„Das ist nichts, was jemals hätte schiefgehen sollen“, sagte SpaceX-Chef Elon Musk bei einer Telefon-Pressekonferenz am Montag. „Es sieht so aus, als sei die Strebe fehlerhaft hergestellt worden.“

Die Strebe sei ungefähr 60 Zentimeter lang und etwa drei Zentimeter dick gewesen und habe zur Befestigung eines Heliumbehälters gedient, sagte Musk. Nach dem Zerbrechen der Strebe, sei der Behälter wahrscheinlich herausgeflogen und explodiert. Die Untersuchung sei aber noch nicht abgeschlossen.

Die Strebe hatte SpaceX den Angaben zufolge von einem externen Zulieferer erhalten. Diese Streben würden nun nicht mehr verwendet, sagte Musk. Außerdem sollten vor künftigen Raketenstarts alle Streben einzeln untersucht werden.

Musk zeigte sich überzeugt, dass die schwerwiegende Panne keine Auswirkungen auf das Unternehmensziel habe, in den kommenden zwei Jahren Astronauten an Bord der Raumkapsel "Dragon" zu befördern. Der Konzernchef verwies darauf, dass SpaceX bis zu dem Unglück Ende Juni sieben Jahre lang unfallfrei geflogen sei.

Möglicherweise sei SpaceX dadurch "ein bisschen selbstgefällig" geworden und die Explosion der Rakete sei eine "wichtige Lektion" für sein Unternehmen. Die SpaceX-Trägerrakete vom Typ Falcon 9 soll laut Musk nicht vor September erneut starten.

Eine Rakete dieses Typs war am 28. Juni nur zwei Minuten nach ihrem Start von Cape Canaveral in Florida explodiert. Mit ihr wurde eine "Dragon"-Raumkapsel mit 1,8 Tonnen Fracht für die ISS zerstört. Der US-Raumfahrtbehörde Nasa ging dadurch Ausrüstung im Wert von 110 Millionen Dollar (101,5 Millionen Euro) verloren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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