IT-Industrie engagiert sich im Gesundheitswesen
Microsoft schließt Patientendaten weg

Computertechnik soll künftig helfen, die große Flut von Patientendaten in den USA zu bewältigen. Microsoft hat am Donnerstag in Washington ein neues Portal zum Speichern dieser Patientendaten vorgestellt. Allerdings ist das Softwarehaus nicht das einzige IT-Unternehmen, das das Gesundheitswesen als Markt entdeckt hat.

MÜNCHEN. Das „HealthVault“ genannte Programm, wörtlich bedeutet das „Gesundheits-Tresor“, soll Patienten in den USA die Möglichkeit bieten, ihre Daten in gesicherte Fächer einer speziellen Datenbank zu stellen, die von Microsoft verwaltet wird. Dies berichtet die New York Times. Zusätzlich wird dieses kostenlose Portal es Patienten auch erlauben, zu Fragen, die ihre Krankheiten betreffen, im Internet zu recherchieren.

Nach Angaben in den US-Medien arbeitet Microsoft schon seit zwei Jahren ohne viel Aufsehen an dem Programm. Bei der Veröffentlichung wurde nun bekannt, dass das mächtige Softwarehaus aus Redmond bereits eine Reihe von wichtigen amerikanischen Gesundheitsinstitutionen wie die American Heart Association, Johnson & Johnson Life Scan, die Mayo Klinik sowie eine Reihe von Krankenhäusern im Großraum Baltimore-Washington als Anwendungspartner gewonnen hat. Nach diesem Prinzip der Partnerschaften ist es ursprünglich Microsoft gelungen, über die Hersteller seine mächtige Position in der PC-Welt aufzubauen. „Wir sind sicher, dass wir rasch eine Reihe weiterer Partner in unsere Gruppe bekommen“, sagte Peter Neupert, der bei Microsoft für das entsprechende Team zuständig ist.

Microsoft ist mit seinen Bemühungen um das Gesundheitswesen nicht das einzige Unternehmen der IT-Industrie. Nach Angabe des Wall Street Journals gibt es auch beim Suchmaschinen-Primus Google ein Team, das sich um dieses Thema bemüht. Über den AOL-Mitgründer Steve Case war zu lesen, dass er hinter einem Informationsdienst stehe, der sich Revolution Health Group LLC nennt. Auf der Hardwareseite arbeitet Chiphersteller Intel an verschiedenen Technologien für Geräte, die helfen Ärzten und Krankenschwestern und Patienten besser bei der Erfassung und dem Austausch von medizinischen Daten zu unterstützen.

Nach der Einschätzung von Fachleuten werden private Patienten kaum ihre Daten aktiv in diese „Gesundheitstresore“ stellen. Es geht vielmehr darum, dass in den Arztpraxen und Kliniken anfallende Material automatisch auf eine solche Plattform zu heben und dann leichter nutzen zu können. Das scheint auch das größte Hindernis zu sein. Ärzte gehören nach Meinung von Industriebeobachtern nicht zu der Nutzergruppe, die rasch auf Angebote der IT-Industrie einsteigen. Diese zeigt in Deutschland die lange Debatte um die Gesundheitskarte.

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