Forschung + Innovation
Jäger und Klimaschock - Mammutsterben war Gemeinschaftswerk

Das Ende der Mammuts war in Europa ein Gemeinschaftswerk von Steinzeitjägern und plötzlichem Klimawandel. Die Jäger dezimierten die Mammuts und andere Riesen-Säugetiere vor 30 000 Jahren so stark, dass die Bestände anfällig für Klimaveränderungen wurden.

dpa WASHINGTON. Das Ende der Mammuts war in Europa ein Gemeinschaftswerk von Steinzeitjägern und plötzlichem Klimawandel. Die Jäger dezimierten die Mammuts und andere Riesen-Säugetiere vor 30 000 Jahren so stark, dass die Bestände anfällig für Klimaveränderungen wurden.

Das schließen US-Forscher aus einer neuen Analyse zahlreicher Studien zum Sterben der so genannten Megafauna in der Steinzeit. In Nordamerika und vor allem Australien trugen die Menschen demnach sehr viel stärker zum Verschwinden der Mammuts, Wollnashörner und anderer Riesensäuger bei, wie das Forscherteam um Anthony Barnosky von der Universität von Kalifornien in Berkeley im Fachjournal „Science“ (Bd. 306, S. 70) vom Freitag schreibt.

Seit Jahren streiten Wissenschaftler, ob Klimaschock oder Jagddruck der imposanten Tierwelt des Pleistozäns den Garaus machten. Das Team um Barnosky kommt zu dem Schluss, dass der Mensch auf den verschiedenen Kontinenten in ganz unterschiedlichem Maße zum Aussterben beigetragen hat, zum Teil mit 50 000 Jahren Zeitunterschied. Demnach hat das Aussterben der Megafauna in Australien begonnen. Bereits vor 80 000 Jahren waren dort zwölf Arten verschwunden.

Zeitlich gesehen seien Riesensäuger in Europa und Asien in zwei Wellen ausgestorben. Vor 45 000 bis 20 000 Jahren verschwanden an Wärme angepasste Tiere. Vor 12 000 bis 9 000 Jahren starben die an Kälte angepassten Tiere aus. Zwar änderte sich das Klima in diesen Phasen jeweils plötzlich massiv. Doch seien diese steinzeitlichen Klimaschocks nicht stärker gewesen als vergleichbare Ereignisse in den 700 000 Jahren davor, betonen die Paläontologen. Bereits die vorsteinzeitlichen Menschen hätten 400 000 Jahre lang Jagd auf Riesensäuger gemacht, ohne diese auszurotten. Nach Ansicht der Autoren hat erst der Homo sapiens sapiens vor 30 000 Jahren die Tierbestände so stark dezimiert, dass diese für Klimaveränderungen anfällig wurden.

In Nordamerika hingegen seien die ersten Menschen zeitgleich mit starken Klimaveränderungen vor rund 11 000 Jahren aufgetreten. Die Ausrottung von Mammut und Wollnashorn ging nach Angaben der Forschergruppe hier außerordentlich schnell - 15 Riesensäugerarten seien innerhalb von nur 1 500 Jahren ausgestorben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%