Jahresinfusion
Bessere Hilfe gegen Osteoporose

Bislang war der Kampf gegen Osteoporose nur durch ein kompliziertes Verfahren der Medikation möglich. Doch die Tücken und Nebenwirkungen der strengen Einnahmevorschriften könnten mit einer Neuentwicklung des Novartis-Konzerns ein Ende finden.

DÜSSELDORF. Ein neues Medikament soll das Leben und die Therapie von Osteoporose-Patienten erleichtern. Der Konzern Novartis Pharma hat ein neues Medikament entwickelt, das für Patienten besser verträglich und leichter zu verabreichen ist. Bei dem Präparat mit dem Namen Alclasta handelt es sich um eine Infusionslösung mit dem Bisphosphonat-Wirkstoff Zoledronsäure, die einmal im Jahr intravenös injiziert wird. Besonders Frauen mit Osteoporose nach den Wechseljahren könnten von der neuen Darreichungsform profitieren, so der Hersteller.

Die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren führt bei einigen Frauen zur Abnahme der Knochendichte, was zu Knochenbrüchen führen kann. Der Knochenabbau kann bislang nur durch Medikamente gestoppt werden, die oral nach komplizierten Einnahmevorschriften täglich, wöchentlich oder monatlich eingenommen werden. Diese Art der Medikation entfällt jetzt mit der Jahresinfusion.

„Die Darreichungsform des Osteoporosemedikamentes ist eine Neuheit und stellt eine graduelle Entwicklung von der täglichen, monatlichen, vierteljährlichen bis zur jährlichen Versorgung dar“, sagt Johannes Pfeilschifter, Leiter des Osteologischen Forschungszentrums des Evangelischen Krankenhauses Lutherhaus in Essen und Mitglied im Dachverband Osteologie. „Der Wirkstoff wird deutlich besser zum Knochen transportiert, als bei oraler Applikation.“

Bis zu 60 Prozent des Wirkstoffes gelangen durch den Blutkreislauf zu den Knochen und schützen so wirksam vor osteoporotischen Frakturen. Dagegen erreicht das Bisphosphonat bei oraler Einnahme nur zu einem Prozent ans Ziel, da der Wirkstoff schlecht im Darm resorbiert wird. Eine klinische Studie mit mehr als 7 700 Patienten ergab eine Verringerung der Brüche um bis zu 70 Prozent. Nach Aussage von Novartis kosten Infusion und orale Medikation berechnet für ein Jahr das gleiche. Die gesetzlichen Krankenkassen sehen die Entwicklung positiv und übernehmen die Kosten für die Infusionstherapie.

Osteoporose zählt zu den zehn weltweit bedeutendsten Volkskrankheiten. Allein in Deutschland sind annähernd sechs Millionen Menschen von dem Knochenabbau betroffen – davon über vier Millionen Frauen. Nur 50 Prozent der Erkrankungen werden diagnostiziert und ein Viertel konsequent behandelt. Besonders Frauen ab 50 Jahren und Männer ab 70 Jahren sind betroffen.

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