Jahresmission auf ISS
Russe und Amerikaner auf Raumstation angekommen

Zwischen Amerikanern und Russen läuft es derzeit nicht so gut und zwei müssen es jetzt ein ganzes Jahr auf engstem Raum miteinander aushalten: Aber Kelly und Kornijenko sind Profis - im Dienste der Forschung.
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BaikonurZur längsten Mission in der fast 17-jährigen Geschichte der Internationalen Raumstation sind am Samstag zwei Astronauten auf der ISS eingetroffen. Der Russe Michail Kornijenko und der Amerikaner Scott Kelly sollen es ein Jahr in der engen Station aushalten - doppelt so alnge wie üblich. Das Andockmanöver lief in der Nacht ohne Probleme und die beiden waren sogar etwas schneller. Um 2.33 Uhr deutscher Zeit, drei Minuten vor dem Plan, funkte die Nasa: „Kontakt! Die beiden sind angekommen.“

Die beiden Raumfahrer waren in der Nacht zum Samstag mit einer Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe zu ihrer sechsstündigen Reise gestartet. Kornijenko und Kelly sollen bei ihrer Mission wichtige medizinische und biologische Erkenntnisse für einen bemannten Flug zum Mars gewinnen. Mit einer solchen Reise, die voraussichtlich länger als ein Jahr dauern würde, rechnen Experten aber erst in vielen Jahren.

Neben Kornijenko und Kelly ist auch der russische Kosmonaut Gennadi Padalka mit an Bord der Raumstation. Er soll aber schon im September zur Erde zurückkehren. „Alle drei fühlen sich gut“, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos nach dem Start mit. Derzeit arbeiten auf der ISS etwa 400 Kilometer über der Erde eine Italienerin, ein Russe und ein US-Amerikaner.

Kelly ist für die Wissenschaftler noch besonders interessant, weil sein Zwillingsbruder Mark selbst erfahrener Astronaut ist. Der frühere Shuttle-Kommandant bleibt aber, quasi als Ein-Mann-Kontrollgruppe, auf der Erde zurück. Vom Vergleich der beiden 51-Jährigen mit den markanten Glatzen erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse über das Verhalten des Menschen in Weltraum und Schwerelosigkeit. Mark Kellys Frau ist die frühere Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords, die vor vier Jahren beim Attentat eines geistig Verwirrten schwer verletzt wurde.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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