James Watson
DNA-Entdecker muss wegen rassistischer Äußerungen gehen

Der amerikanische Medizin-Nobelpreisträger James Watson (79), der einst die DNA-Struktur mit entschlüsselte, ist wegen rassistischer Äußerungen aus der Führung des renommierten Cold Spring Harbor Laboratoriums entlassen worden. Watson hatte Afrikanern unterstellt, weniger intelligent zu sein.

HB NEW YORK. Die in New York ansässige Organisation teilte am Freitag auf ihrer Internetseite mit, der Vorstand habe Watson vorerst von seinen „administrativen Aufgaben“ entbunden. Zuvor war Watson vorzeitig aus London abgereist. Der Wissenschaftler wollte sein neues Buch in London, Cambridge, Edinburgh, Newcastle, Bristol und Oxford vorstellen. Das Londoner Science Museum hatte die Veranstaltung an diesem Freitag bereits abgesagt, andere Gastgeber wollten Watson ebenfalls ausladen.

Der US-Wissenschaftler hatte in einem Interview der Londoner „Sunday Times“ unter anderem gesagt: „Unsere gesamte Sozialpolitik basiert auf der Tatsache, dass ihre Intelligenz (die der Afrikaner) der unseren entspricht - wobei alle Untersuchungen sagen, das stimmt nicht wirklich.“ Er hoffe zwar, dass alle gleich seien, „aber wer mit schwarzen Beschäftigten zu tun hat weiß, dass das nicht stimmt“.

Watson hatte 1953 dazu beigetragen, die DNA-Struktur zu entschlüsseln. 1962 erhielt er für dafür den Nobelpreis für Medizin. Seit 1976 gehörte er der Führung des Cold Spring Harbor Laboratory (CSHL) an.

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