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Jede dritte Wildtierart verschwunden

Seit 1970 ist ein Drittel der Wildtiere von der Erde verschwunden. Das geht aus dem „Living Planet Report 2004“ hervor, den die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) am Donnerstag in Frankfurt am Main vorgelegt hat.

dpa FRANKFURT/MAIN. Seit 1970 ist ein Drittel der Wildtiere von der Erde verschwunden. Das geht aus dem „Living Planet Report 2004“ hervor, den die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) am Donnerstag in Frankfurt am Main vorgelegt hat.

„Derzeit erleben wir das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier“, kommentierte WWF-Deutschland-Geschäftsführer Peter Prokosch den Bericht, der die Bestandsdaten von mehr als 1 100 Tierarten analysiert. Verantwortlich dafür ist nach Darstellung der Naturschutzexperten der Mensch.

Die Menschheit lebe über ihre Verhältnisse, kritisierte der WWF. Weit mehr natürliche Güter der Erde würden verbraucht als der Planet erneuern könne. Der westliche Lebensstil und der Energiehunger der Industrieländer seien alarmierend.

Rein rechnerisch steht der Studie zufolge jedem Erdenbürger eine Fläche von 1,8 Hektar zur Verfügung, um seinen Bedarf an Nahrung, Energie, Verkehrswegen und Gebäuden zu decken. Tatsächlich liege aber der „ökologische Fußabdruck“ - so wird der Flächenverbrauch im „Living Planet Report“ genannt - derzeit bei durchschnittlich 2,2 Hektar pro Kopf. Erheblich mehr Fläche brauchten die Menschen in den Industrieländern - in Deutschland im Schnitt 4,8 Hektar, in Nordamerika sogar 9,2 Hektar.

Ein besonders gravierendes Problem sei der große Energiehunger der Welt. Zwischen 1961 und 2001 habe sich der Energiebedarf weltweit versiebenfacht. Klimaveränderungen mit Gefahren für Mensch und Natur seien die Folge. „Wenn jeder Mensch so viel natürliche Ressourcen konsumieren und den gleichen Ausstoß an Kohlendioxid produzieren würde wie US-Amerikaner, Deutsche oder Franzosen, bräuchten wir fast drei neue Planeten“, sagte Prokosch.

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