Jubel im Nasa-Laboratorium
Wissenschaftler begeistert nach Himmelskollision

Die von der Nasa inszenierte Himmelskollision mit dem Kometen Tempel 1 hat Wissenschaftler in aller Welt in Begeisterung versetzt. Schon die erste Bilderauswertung habe erstaunliches zu Tage gefördert, sagte Pete Schultz am Montag am Jet Propulsion Laboratory der US-Weltraumbehörde Nasa in Pasadena (Kalifornien).

dpa PASADENA/WASHINGTON. Der Aufprall in 133 Mill. Kilometer Entfernung habe eine enorme Staub- und Schuttwolke produziert, was darauf hinweise, dass über dem Eiskern des Kometen eine weiche Materialschicht liege. Die Nasa zeigte ein weiteres spektakuläres Bild, das den Kometen und die riesige Wolke im Gegenlicht zeigt. „Das sagt mehr als 1 000 Worte“, meinte Missionsmanager Rick Grammier.

Die Europäische Weltraumagentur Esa nahm Bilder auf, die nach ihren Angaben deutliche Hinweise auf Wasser in dem Kometen liefern. Die ultravioletten Bilder, die nach dem Aufprall vom Optical Monitor des Newton Observatoriums aufgenommen worden waren, zeigten einen Hydroxil-Ausstoß.

Der Krater, den das 372 Kilogramm schwere Projektil riss, war auf den Nasa Bildern zunächst nicht zu sehen, wohl aber ein langer Schatten. „Man findet immer viel in Schatten„, sagte Schultz, der der Presse in Pasadena kaum zwölf Stunden nach der Himmelskollision mit mehreren Kollegen übermüdet aber glücklich Rede und Antwort stand. Das kühlschrankgroße Projektil der Raumsonde „Deep Impact“ war nach 172-tägiger Reise am Montagmorgen mit einer Geschwindigkeit von rund 37 000 Kilometern pro Stunde in den kartoffelförmigen Kometen gerast. Die Wissenschaftler erhoffen sich durch die Analyse der Bilder Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems.

„Wir haben aber schon eine Menge von diesen Bildern gelernt“, sagte der wissenschaftliche Direktor der Mission, Michael A'Hearn. Die Nasa zeigte unter anderem die letzten Sekunden vor dem Aufprall, die eine auf dem Projektil montierte Kamera noch sendete. Auf dem Video war die furchige Oberfläche des Planeten zu sehen und mehrere Krater, sowie glatt erscheinende Oberflächen. Er unterscheide sich erheblich von den beiden anderen Kometen, von denen die Nasa bislang Nahaufnahmen machte, sagte A'Hearn.

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