Forschung + Innovation
„Jugend forscht“: Bundessieger kommen aus Süddeutschland

Warum müssen Bauchredner zum Sprechen nicht die Lippen öffnen: Für Antworten auf solche und ähnliche Fragen erhielten die Sieger des Wettbewerbs „Jugend forscht“ am Sonntag den Lohn für hartnäckige Tüftler-Arbeit.

dpa DORTMUND. Warum müssen Bauchredner zum Sprechen nicht die Lippen öffnen: Für Antworten auf solche und ähnliche Fragen erhielten die Sieger des Wettbewerbs „Jugend forscht“ am Sonntag den Lohn für hartnäckige Tüftler-Arbeit.

Bundespräsident Horst Köhler und Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) überreichten in Dortmund die Preise für herausragende Arbeiten. „Jugend forscht“ gilt als Europas größter Nachwuchswettbewerb in den Naturwissenschaften, der Mathematik und auf technischem Gebiet.

Für das Bundesfinale hatten sich 218 Jugendliche qualifiziert, die 120 Projekte vier Tage lang einer Jury von Wissenschaftlern und Unternehmern präsentierten. Damit war das Finale 2005 das größte in 40 Jahren „Jugend forscht“. Mit 22 Projekten stammt die Mehrzahl der Beiträge aus der Arbeitswelt. Bundessieger wurden auf dem Gebiet die Hamburger Schüler Nils Peter Stoye (19 Jahre), Torsten Rieger (19) und Justus Menzel (17), die eine neue Buchstabenordnung für Computer-Tastaturen entwarfen: Damit lässt sich die Schreibgeschwindigkeit um ein Viertel steigern. Die alte Ordnung gibt es seit 130 Jahren.

Im Fachbereich Biologie setzte sich Sebastian Hess aus Wiehl in Nordrhein-Westfalen durch. Der 19-Jährige wies nach, dass auch Moos zu den Fleisch fressenden Pflanzen gehört. Im Fach Chemie erhielt Stephen Schulz (19) aus Gelsenkirchen den ersten Preis für die Weiterentwicklung der Platinentechnik, mit deren Hilfe „medizinische Labore für die Westentasche“ hergestellt werden können. Platz 1 in Physik geht nach Bayern: Matthias Dübgen (19), Peter Jaschke (18) und Andreas Raba (19) bauten mit Hilfe eines keramischen Supraleiters eine „Lichtmühle“. In der Apparatur lagert ein Flügelrad reibungsfrei auf einem Magneten und dreht sich angetrieben von Lichtenergie.

Bundespräsident Köhler lobte den Wettbewerb als ein „Markenzeichen für jugendlichen Forschergeist“. Er forderte mehr Ausgaben für Wissenschaft und Forschung: „Das sind die Felder, die wir besonders gründlich beackern müssen.“ Bundesministerin Bulmahn appellierte an die Lehrerinnen und Lehrer naturwissenschaftlicher Fächer, ihren Unterricht stärker an der Praxis zu orientieren. „Das Experiment muss im Mittelpunkt stehen, nicht Formeln und Definitionen“, sagte sie.

Die Finalisten setzten sich in 67 Regionalwettbewerben und 16 Landeswettbewerben gegen mehr als 8 900 Konkurrenten durch. Damit ist die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent gestiegen und hat einen neuen Höchststand erreicht. Fast 40 Prozent der Teilnehmer waren Mädchen. Seit der Gründung im Jahr 1965 haben sich bislang insgesamt mehr als 130 000 Jugendliche an dem Wettbewerb junger Forscher beteiligt.

Der Bundespräsident zeichnete Jörg Metzner (19) und Marcel Schmittfull (17) mit dem von ihm gestifteten Preis für eine außergewöhnliche Arbeit aus. Die Jungforscher traten für Hessen mit einer physikalischen Untersuchung zur Kunst des Bauchredens an. Doch manchmal müssen auch die größten Tüftler passen: „Bauchreden ist zwar physikalisch erklärbar, erfordert jedoch eine jahrelange Übung und verliert nichts von seiner Faszination“, lautet ihr Fazit.

dpa bör zl yynwe la

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