Forschung + Innovation
Jugendliche Straftäter: Knast oder soziales Training?

Besser abgestimmte Trainingsmethoden können die Rückfallhäufigkeit jugendlicher Straftäter senken.

dpa BERLIN. Besser abgestimmte Trainingsmethoden können die Rückfallhäufigkeit jugendlicher Straftäter senken. Der Sozialpädagoge Jürgen Körner von der Freien Universität Berlin (FU) hat dafür im Auftrag des Bundesjugendministeriums die Wirksamkeit verschiedener Rehabilitationsmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin untersucht.

Körner analysierte drei Methoden: Betreuung durch die Bewährungshilfe, soziale Trainingskurse und das von ihm selbst entwickelte „Denkzeit-Training“. Dafür begleiteten die Berliner Sozialpädagogen zwischen 1999 und 2004 insgesamt 192 Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren. Das Ministerium fördert die Studie mit 300 000 Euro, wie die Universität am Donnerstag mitteilte.

Es gehe darum zu zeigen, welches Training für welche Jugendlichen am besten geeignet ist, erläuterte Körner unter Hinweis auf die Rückfallhäufigkeit. Alle drei Methoden seien erfolgreich, mit einem kleinen Vorsprung der Denkzeit-Methode. Bei dieser für Deutschland neuartigen Methode sollen die Jugendlichen lernen, in komplexen und emotional belastenden Situationen einen Augenblick innezuhalten, ihre Affekte wahrzunehmen und moralisch begründete Entscheidungen zu treffen. Welche Methode für welchen Jugendlichen die geeignete ist, können die Sozialpädagogen erst nach Abschluss der Studie in knapp einem Jahr endgültig sagen.

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