Junge Firmen drängen mit innovativen Produkten auf den Sportartikelmarkt
Intelligente Sohlen erleichtern die Auswahl der Laufschuhe

Hobby-Läufer müssen sich künftig nicht mehr allein auf ihr Gefühl verlassen, wenn sie neue Sportschuhe kaufen. Vom kommenden Jahr an können sich Jogger durch ein elektronisches Testsystem für Laufschuhe im Sporthandel beraten lassen. Die Entwickler versprechen, dass es mit der Technik wesentlich einfacher sein wird, den passenden Schuh zu finden.

MÜNCHEN. Das Prinzip ist einfach: Sportler müssen lediglich auf eine Drucksensorplatte treten, die den Lauftyp ermittelt und Vorschläge zum Schuhtyp macht. Danach legt der Verkäufer eine hauchdünne, mit Sensoren ausgestattete Sohle in die Schuhe. Nun läuft der Kunde in diesen Schuhen, und das System ermittelt, ob der Laufstil zu den gewählten Schuhen passt. Während des Probelaufs erhält der Läufer sprachliche Anweisungen über einen Kopfhörer.

Probelauf auf der ISPO

Doch das ist noch nicht alles: „Mit unserem System lässt sich auch feststellen, ob der Schuh mit der Zeit seine Fähigkeiten verliert und ein neuer angeschafft werden sollte“, sagt Richard Feichtinger von der Firma Xybermind. Das Tübinger Unternehmen hat das Achillex genannte System entwickelt. In diesen Tagen stellen die Schwaben ihre Neuheit auf der weltgrößten Sportartikelmesse Ispo in München vor. Kommendes Jahr soll Achillex dann in den Sportgeschäften eingeführt werden. „Wir sind zuversichtlich, dass wir Investoren gewinnen und Händler sowie Laufschuh-Produzenten begeistern können“, betont Feichtinger. Rund 5 000 Euro müssen Sportgeschäfte ausgeben, wenn sie sich Achillex anschaffen.

Xybermind hat allerdings prominente Konkurrenz. Auch der Sportartikel-Konzern Adidas-Salomon bietet ein System zur Auswahl passender Schuhe an. Das Unternehmen beschränkt sich allerdings auf die Beratung rund um die selbst hergestellten Produkte.

Kristalle trocknen Skischuhe

Doch nicht nur Läufer profitieren von der Forschung kleiner, innovativer Sportartikel-Unternehmen. Skifahrer beispielsweise können ihre feuchten Skischuhe künftig auch ohne Hilfe elektrischer Geräte trocknen. Dazu hat die junge britische Firma Dampire einen Schuhtrockner entwickelt, der ganz auf Wärmezufuhr verzichtet. Lediglich ein kleines Säckchen gefüllt mit Kristallen sorgt für trockene Materialien. „Das ist so einfach, da bleibt viel mehr Zeit für Après-Ski“, betont Dampire-Chef Guy Tinsley.

Der rund 30 Euro teure Trockner muss nach Angaben von Tinsley nur von Zeit zu Zeit in der Mikrowelle oder auf einer Heizung aufgeladen werden. So könne das Säckchen theoretisch unendlich lange benutzt werden. Das neue System eigne sich vor allem für wärmeempfindliche Materialien.

Auch Radfahrer profitieren von den Ideen der Tüftler. So verspricht die italienische Firma Infinito, zum ersten Mal wirklich nahtlose Sportkleidung herzustellen. „Unser Stoff hinterlässt keinerlei Spuren auf der Haut“, sagt Infinito-Designer Michele Resch. Das sei vor allem bei langen Touren ausgesprochen angenehm. Mit einer speziellen Technik näht Infinito seine Kleider aus einem Stück. Netzbereiche und Ventilationszonen sind eingestickt.

Solch kleine Sportartikel-Unternehmen haben durchaus Chancen am Markt, ist Michael Plank von der Münchener Beratungsfirma M2B überzeugt. „Die Erfahrung zeigt, dass junge innovative Firmen auch die großen Konzerne angreifen können.“

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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