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Kampf gegen Malaria: Mosambik mahnt Einsatz von DDT an

Mosambik hat die Industrieländer aufgefordert, im Kampf gegen Malaria alternative Methoden anzubieten oder andernfalls den Widerstand gegen den Einsatz von DDT aufzugeben.

dpa BERLIN. Mosambik hat die Industrieländer aufgefordert, im Kampf gegen Malaria alternative Methoden anzubieten oder andernfalls den Widerstand gegen den Einsatz von DDT aufzugeben. „Malaria tötet unser Volk“, sagte Mosambiks Außenministerin Alcinda de Abreu bei einem Besuch in Berlin der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Durch das seit den 70er Jahren verbotene Pestizid DDT könnten die Malaria übertragenden Moskitos vernichtet werden. Gemeinsam mit anderen Ländern Südafrikas bereitet Mosambik Tests mit DDT vor. Für den Einsatz seien zwei Distrikte ausgewählt worden.

Nach UN-Angaben sind in Mosambik 35 Prozent der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren auf Malaria zurückzuführen. Das Land hat damit eine der höchsten Kindersterblichkeits-Raten der Welt.

Der internationale Fonds für Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria unterzeichnete 2004 eine Vereinbarung, wonach Mosambik zwölf Mill. Dollar für den Kampf gegen Malaria erhält. Von den Mitteln sollen auch mit Insektenschutz behandelte Moskito-Netze finanziert werden. Nach Angaben der Ministerin schlafen die meisten Kinder ohne Schutz.

Mit Blick auf Einwände von Umweltschutzorganisation gegen den Einsatz des als Krebs erregend geltenden DDT sagte de Abreu, dass im Gegenzug für den DDT-Verzicht Alternativen nötig seien. Dabei müssten die Ersatzmittel genauso effektiv und billig sein wie DDT. „Die wirkliche Antwort auf Malaria wäre aber eine leicht zu verabreichende Impfung.“ DDT wurde in Mosambik von den Portugiesen bis zu Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1975 verwendet.

Die Ministerin wies auch auf die immer noch große Gefahr durch Landminen in ihrem Land hin. Während des Unabhängigkeitskriegs wurden schätzungsweise bis zu zwei Mill. Minen in Mosambik gelegt. Bislang seien 230 Mill. Quadratmeter Fläche gesäubert und 112 400 Minen und 130 000 andere Sprengsätze zerstört worden. „Wir brauchen hier aber weiter die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und der Vereinten Nationen.“

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