Karriere begann mit einem Chemiekasten
Porträt: Richard Schrock

Für den US-Chemiker Richard Schrock (60) begann der Aufstieg zum Nobelpreisträger mit einem Spiel. „Ich war acht Jahre alt, als mir einer meiner Brüder einen Chemiekasten schenkte. Durch ihn entdeckte ich, dass der Umgang mit Molekülen ein Riesenspaß ist“, sagte Schrock am frühen Mittwoch (Ortszeit) kurz nach Erhalt der Nachricht vom Chemie-Nobelpreis.

dpa NEW YORK. Anders als die meisten seiner Vorgänger war Schrock schon auf und hatte seinen ersten Kaffee getrunken, als sich Stockholm bei ihm meldete. „Ich stehe jeden Morgen um fünf Uhr auf, schaue in meinen E- Mail-Briefkasten und schreibe an meiner Arbeit weiter“, erzählt er.

Obwohl „man nie mit einer solchen Auszeichnung rechnen sollte“, kam der Anruf der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften nicht ganz überraschend, räumt der 60-Jährige im Gespräch ein. „Es gab Gerüchte“, dass der Nobelpreis in diesem Jahr an ihn, seinen Kollegen und Landsmann Robert Grubbs vom California Institute of Technology (Caltech) und den Franzosen Yves Chauvin vom Institut Français du Pétrole in Rueil-Malmaison gehen könnte.

Schrock stieg eigenen Angaben nach schon vor 30 Jahren in die Forschungsarbeit ein, die jetzt mit der höchsten Chemie-Auszeichnung gekrönt wird. Der Sohn eines Tischlers wuchs in Berne, einer kleinen schweizerischen Enklave im US-Bundesstaat Indiana auf. „Meine Mutter war eine geborene Habegger und hat ihre Wurzeln in der Schweiz.“ Väterlicherseits hat der frisch gebackene Nobelpreisträger deutsche Vorfahren. In seiner knapp bemessenen Freizeit kocht der Chemiker gern, macht Holzarbeiten und ist „begeistert von guter Musik und Fotografie“.

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