Forschung + Innovation
Kein Hinweis auf großen Vogelgrippeausbruch bei Menschen

Nach Berichten über eine Vogelgrippe-Übertragung von Mensch zu Mensch in Thailand gibt es keine Hinweise auf einen größeren Ausbruch. Unterdessen hat die US-Regierung eine groß angelegte Impfstoffproduktion in Auftrag gegeben.

dpa HAMBURG/LONDON. Nach Berichten über eine Vogelgrippe-Übertragung von Mensch zu Mensch in Thailand gibt es keine Hinweise auf einen größeren Ausbruch. Unterdessen hat die US-Regierung eine groß angelegte Impfstoffproduktion in Auftrag gegeben.

Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ (Nr. 2 467, S. 10) vom nächsten Samstag. Demnach sollen bis Dezember zwei Mill. Impfdosen für Menschen bereit stehen. Damit könnten Laborpersonal, Angestellte im Gesundheitswesen und, falls nötig, Teile der Bevölkerung geschützt werden. Auch Japan hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) klinische Impfstofftests in Auftrag gegeben.

Es seien keine neuen Erkrankungsfälle von Menschen in Thailand bekannt geworden, sagte der Leiter des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, Bernhard Fleischer. Ob das aggressive Vogelgrippevirus vom Typ H5n1 mutiert ist und dadurch leichter von Menschen zu Mensch springen kann, wird untersucht. In Thailand soll sich eine 26-jährige Frau bei ihrer Tochter angesteckt haben. Die WHO hatte betont, dass derartige Fälle bei sehr engem Kontakt vereinzelt auch früher bereits vorgekommen seien. Untersuchungsergebnisse der thailändischen Virusproben erwartet die WHO zum Ende der Woche aus den USA.

Es bestehe stets die Gefahr, dass sich das Vogelgrippevirus im Menschen oder im Schwein mit anderen Grippeviren vermische und dann auch von Mensch zu Mensch übertragbar wäre, erläuterte Fleischer. Wie die Vogelgrippe effektiv bekämpft werden könne, habe Hongkong 1997 gezeigt. So sei nur eine konsequente Tötung und Vernichtung aller erkrankten Hühnerbestände und Impfungen der umgebenden gesunden Hühner wirksam. Gleichzeitig müssen die mit den Hühnern arbeitenden Menschen gegen vorherrschende menschliche Grippeviren geimpft werden, um Mischinfektionen zu vermeiden.

„Die Krankheit wird in Asien immer wieder hoch kommen“, sagte der Tropenmediziner. In betroffenen Gebieten leben Geflügel, Schweine und Menschen auf engem Raum. So sei die Ausbreitung des Erregers begünstigt - auch von Vögeln auf Säuger und auf den Menschen. Die Welternährungsorganisation (FAO) und die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) halten die aktuelle Vogelgrippeepidemie in Asien für eine Krise von globaler Bedeutung. Die Bekämpfung der Geflügelpest werde Jahre dauern.

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