Keine militärische Nutzung geplant
Galileo bleibt zivil

Militärisch soll das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo vorerst nicht genutzt werden. Das hat nun der Vorstandschef von Galileo Industries klar gestellt.

HB MÜNCHEN. „Wir diskutieren zur Zeit nicht die militärische Anwendung“, sagte Günter Stamerjohanns am Montag in München. Einsatzmöglichkeiten lägen beispielsweise in der Verkehrstechnik oder Kommunikation. So könnte Galileo beim Maut- System und der Navigation im Flugverkehr zum Einsatz kommen oder den Datentransfer zwischen Banken in Europa sicherer machen. Grundsätzlich solle die Nutzung so breit wie möglich gehalten werden.

Der Rüstungs- und Raumfahrtkonzern EADS, der zu den Anteilseignern des Unternehmens gehört, hatte sich für eine Debatte über militärische Nutzungsmöglichkeiten von Galileo ausgesprochen. „Ich nehme dies zur Kenntnis“, sagte Stamerjohanns.

Das Programm umfasst 30 Satelliten und hat ein Auftragsvolumen von drei bis 3,5 Mrd. €. Im Jahr 2005 soll ein erster Testsatellit ins All starten, die übrigen folgen bis 2008. Die Lebensdauer des Galileo-Systems sieht das Unternehmen bei 20 Jahren. Auch im Anschluss böten sich weitere Geschäftsmöglichkeiten, sagte Stamerjohanns. Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung gebe es auch neue Anwendungen.

Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) sieht in der Errichtung der Unternehmenszentrale in Ottobrunn bei München einen wichtigen Schritt zur Stärkung des Luft- und Raumfahrtstandortes Bayern. „Durch die räumliche Nähe zu Galileo Industries haben insbesondere auch Zulieferbetriebe in ganz Bayern die Chance, von zukünftigen Anwendungen zu profitieren.“ Mit der Ansiedlung sollen 160 Arbeitsplätze entstehen, davon jeweils etwa 80 in München und Rom. Mittelfristig wird mit einigen tausend Stellen in Service und nachgelagerten Industrien in Bayern gerechnet.

Galileo Industries ist ein Gemeinschaftsunternehmen der führenden europäischen Raumfahrtfirmen. Die Europäer wollen mit Galileo ein Gegengewicht zum dominierenden US-Navigationssystem GPS schaffen. Die Entwicklungskosten sollen sich auf 1,1 Mrd. € belaufen, die je zur Hälfte aus dem Etat der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) und aus dem EU-Haushalt kommen.

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