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Kelten-Doppelgrab: Kinder waren höchstens 15 Jahre alt

Gut zehn Tage nach dem sensationellen Fund eines Keltenkinder-Doppelgrabes im Saarland haben Gutachter das Alter der Kinder auf elf bis 15 Jahre geschätzt. Sie seien zudem ungewöhnlich groß und gut ernährt gewesen.

dpa SAARBRüCKEN/GIEßEN. Gut zehn Tage nach dem sensationellen Fund eines Keltenkinder-Doppelgrabes im Saarland haben Gutachter das Alter der Kinder auf elf bis 15 Jahre geschätzt. Sie seien zudem ungewöhnlich groß und gut ernährt gewesen.

Das ergaben Untersuchungen des Gießener Anthropologen Professor Manfred Kunter. Die beiden keltischen Kinder, die vor rund 2 400 Jahren in Reinheim mit reichen Grabbeigaben bestattet worden sind, waren demnach ein Junge und ein Mädchen, teilte das Umweltministerium in Saarbrücken am Mittwoch weiter mit.

Archäologen waren Mitte April zwischen Reinheim und Gersheim auf das rund 2 400 Jahre alte keltische Doppel-Kindergrab gestoßen. Die Gebeine der beiden bestatteten Kinder und Grabbeigaben waren im Muschelkalkboden des Bliesgaus weitgehend erhalten geblieben. Bereits 1954 war nur knapp zwei Kilometer entfernt vom aktuellen Fundort das so genannte Grab der Fürstin von Reinheim aus der Zeit um 400 vor Christi in einer Kiesgrube entdeckt worden.

Kunter hatte die Skelette der Kinder auf Bitten des Landesdenkmalamtes untersucht. Danach lasse sich das Alter des Keltenmädchens an verschiedenen Merkmalen am Schienbein und Oberschenkelknochen auf 14 bis 15 Jahre eingrenzen. Dass es sich um ein Mädchen handelte, ergab indes eher die Analyse der Grabbeigaben als die der Knochen. „Denn nur Frauen legte man Schmuck - in diesem Fall in Form zweier Ringe - nicht nur um Arme und Hals, sondern auch um die Beine“, heißt es im Bericht des Ministeriums.

Bei dem zweiten Kind handelt es sich jedoch auch nach den Knochenmerkmalen um einen Jungen, der mit elf bis 14 Jahren jünger sei als das Mädchen. Mit 1,55 und 1,50 Metern Körpergröße waren beide auffällig groß. Im Anschluss an die anthropologische Knochenanalyse solle nun geprüft werden, ob in den Knochen noch verwertbare Alters-DNA vorhanden ist. Dann ließe sich klären, ob sie Geschwister waren.

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