Forschung + Innovation
Kernspintomograph zeigt Rückfallgefahr von Alkoholikern

Mannheimer Suchtforscher haben nach Darstellung des Mediziners Prof. Karl Mann ein Verfahren entwickelt, mit dem das Rückfallrisiko bei Alkoholikern ermittelt werden kann. Dabei werde mit einem Kernspintomographen die Aktivität von Nervenzellen im Gehirn des Patienten gemessen, während er Fotos von alkoholischen Getränken sehe.

dpa MANNHEIM. Mannheimer Suchtforscher haben nach Darstellung des Mediziners Prof. Karl Mann ein Verfahren entwickelt, mit dem das Rückfallrisiko bei Alkoholikern ermittelt werden kann. Dabei werde mit einem Kernspintomographen die Aktivität von Nervenzellen im Gehirn des Patienten gemessen, während er Fotos von alkoholischen Getränken sehe.

Das sagte der einzige deutsche Ordinarius für Suchtforschung in einem dpa-Gespräch in Mannheim. „Die, die sehr stark reagieren, werden am schnellsten wieder rückfällig.“ In einer parallel laufenden Studie werde untersucht, wie die Rückfallgefahr mit Medikamenten und Psychotherapie verringert werden könne.

Um neue Erkenntnisse zur Alkoholsucht geht es auch beim 12. Weltkongress für Biomedizinische Alkoholforschung, der von Mittwoch an bis 2. Oktober in Heidelberg und Mannheim tagt. Nach Angaben der Wissenschaftler gibt es allein in Baden-Württemberg 540 000 Menschen mit behandlungsbedürftigen Alkoholproblemen. Bundesweit haben nach Expertenauskunft mehr als acht Millionen Männer und Frauen ein riskantes Trinkverhalten.

Bei den Forschungen zur Rückfallgefahr verglichen die Experten des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) die Hirnfunktionen von Alkoholkranken mit denen von Gesunden. Beiden seien dieselben Fotos gezeigt worden, unter anderem von einem Bierglas, sagte Mann. Der Vergleich zeige, dass der Anblick eines Bierglases bei Alkoholikern in bestimmten Hirnregionen eine stärkere Reaktion auslöse als bei Gesunden. Die Kernspin-Untersuchung werde jedoch nur bei Studien eingesetzt, weil sie für normale Behandlungen zu teuer sei. Zum anderen funktioniere die Methode auch nicht bei allen Patienten. „Wir wissen nicht, wodurch das bedingt ist.“ Außerdem könnte das Verfahren zu ethischen Problemen führen.

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