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Kindchenschema bei Dinos - „Große Killer starteten klein und süß“

Auch Raubsaurier-Babys vor 150 Mill. Jahren zeigten schon das Kindchenschema: Sie blickten mit großen Augen in die Welt und hatten einen auffallend runden Kopf. „Selbst die großen Killer starteten klein und süß“, sagte Oliver Rauhut von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie.

dpa MüNCHEN. Auch Raubsaurier-Babys vor 150 Mill. Jahren zeigten schon das Kindchenschema: Sie blickten mit großen Augen in die Welt und hatten einen auffallend runden Kopf. „Selbst die großen Killer starteten klein und süß“, sagte Oliver Rauhut von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie.

Dies lege nahe, dass auch bei den untersuchten Allosauriern bereits das Kindchenschema funktionierte, mit dem der Nachwuchs die Eltern zur Fürsorge antreibt.

Rauhut und seine Kollegin Regina Fechner hatten unter anderem den Kopf eines Allosaurier-Embryos aus Portugal untersucht. Demnach hatten die kleinen Saurier kurze Schnauzen und weniger Zähne als die Großen. Das Team präsentiert die Ergebnisse in einem Fachjournal der britischen Royal Society („Proceedings of the Royal Society B“, doi:10.1 098/rspb.2005.3 071) vom Mittwoch.

Der Allosaurus gehörte zu den größten Fleisch fressenden Sauriern seiner Zeit. Er ging wie Tyrannosaurus rex auf zwei Beinen und hatte einen lange Schwanz. Die Tiere erreichten eine Länge von bis zu zwölf Metern und konnten zwei bis drei Tonnen schwer werden. Sie lebten im Jura (vor 195 bis 135 Mill. Jahren), einer Zeitzone im Ermittelalter.

Aus dem Embryonen-Schädel sei auch erkennbar, dass das junge Tier sehr große Nasennebenhöhlen hatte, sagte Rauhut. Dieses Merkmal hätten auch spätere, höher entwickelte Saurier sowie heutige Vögel. Das sei ein weiteres Indiz dafür, dass die Evolution unter anderem über verkürztes Wachstum funktioniere. Auch in der Entwicklung des Menschen habe sich die Kieferregion immer weniger ausgebildet, das Gesicht habe sich damit immer mehr dem Aussehen eines Neugeborenen angeglichen.

Das Kindchenschema bezeichnet bei Menschen und höheren Tierarten die kindlichen Proportionen, die als Schlüsselreiz bei den Eltern Fürsorgeverhalten auslösen. Zu dem kindlichen Äußeren gehören etwa beim Menschen ein überproportional großer, runder Kopf, große Augen und Stupsnase.

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