Kinoproduktion
Unschlagbarer Klassiker

Totgesagte leben länger - vor allem in Hollywood: Trotz Digitalisierung werden auch heute noch die meisten Kinofilme auf Celluloid gebannt. Kodak entwickelt das analoge Material weiter und will gleichzeitig die Digitalisierung des Kinos vorantreiben.

MÜNCHEN. Als Kai Langner vor drei Jahren bei der Stuttgarter Tochter zum Geschäftsführer von Kodak Entertainment Imaging berufen wurde, fragte sich mancher, ob diese Position Zukunft hat. Handys mit eingebauten Kameras, Videoplattformen wie Youtube im Internet, Digitaldruck: Die Revolution war längst vollzogen. Auf den ersten Blick gab es keine besonders guten Zukunftsperspektiven für Langner und das analoge Kerngeschäft von Kodak.

Inzwischen ist die Skepsis verflogen. Das weltweite Absatzvolumen für 16- und 35 Millimeter-Aufnahmefilme ist seit 2002 um fünf Prozent gestiegen. Die analoge Technik hat sich behauptet – auch weil Filmproduktionen auf den Einsatz von klassischem Filmmaterial nicht verzichten wollen und können.

Es gibt sogar noch Innovationen: Die Vision2-Filmplattform zum Beispiel – ein Farb-Negativfilm, der in diesem Jahre mit einem Technik-Oscar prämiert wurde, weil er einen Durchbruch in Sachen Filmgeschwindigkeit, Lichtempfindlichkeit, Korn und Schärfe und dadurch Bildqualität gebracht habe, wie die Jury ihre Wahl begründet. Und es geht weiter. Auf der Berlinale präsentierte Kodak mit dem „Vision3 500T-Negativfilm“ eine Film-Emulsion mit noch dünneren Schichten. Das Material verspricht mehr Belichtungsspielraum, verbesserte Farbnuancierung und eine deutlich reduzierte Kornstruktur.

Bei der Ausstattung von Kinofilmen sieht sich das Unternehmen sogar vor dem Wettbewerber Fuji. Den Markt für Kinofilm-Massenkopien teilen sich beide mit Agfa. „Nahezu alle Premium-Serien und Event-Movies werden auf Film gedreht“, sagt Langner, der für den deutschen Markt „eine stabile Mengenentwicklung“ voraussagt. Ein Hauptargument für den analogen Film ist seine Lagersicherheit. Die begrenzte Lebensdauer von Festplatten konnte gegenüber der in 100 Jahren erwiesenen Haltbarkeit von Filmmaterial bisher nicht überzeugen.

Bei ihren wertvollen Filmbibliotheken mit teilweise über 100 Millionen Dollar teuren Werken gehen die Studios, wie der Münchener Constantin Film, keinen Kompromiss ein. Allerdings setzen sie zum Teil zusätzlich elektronische Speicher ein, um Erfahrungen zu sammeln.

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