Forschung + Innovation
Kleinstes Wirbeltiergenom birgt Erkenntnisse für Menschwerdung

Französische Forscher haben das kleinste bekannte Erbgut eines Wirbeltiers entziffert und damit auch neue Einblicke in die Entwicklung des Menschen ermöglicht.

dpa PARIS/LONDON. Französische Forscher haben das kleinste bekannte Erbgut eines Wirbeltiers entziffert und damit auch neue Einblicke in die Entwicklung des Menschen ermöglicht.

Die Entzifferung der 21 Chromosomen des Grünen Kugelfischs (Tetraodon nigroviridis) mit mehr als 300 Mill. „DNA-Buchstaben“ erlaube Rückschlüsse auf das menschliche Erbgut, schreibt die Gruppe unter der Leitung von Hughes Roest Crollius vom französischen Forschungszentrum Cnrs im Fachjournal „Nature“ (Bd. 431, S. 946).

Die oft als Zierfische gehaltenen Allesfresser enthielten zahlreiche „Schlüsselgene“, die bisher bei Fischen unbekannt waren, und 900 zuvor unerkannte menschliche Gene. Für die meisten menschlichen Gene gebe es zwei Gegenstücke im Genom des Grünen Kugelfischs, heißt es. Bei den Vorfahren des Fischs habe es also einmal eine Genverdoppelung gegeben. Die Erkenntnisse ließen darauf schließen, dass der gemeinsame Vorfahr des Grünen Kugelfischs und des Menschen - ein Knochenfisch, der vor mehr als 400 Mill. Jahren lebte - zwölf Chromosomenpaare besessen habe.

Das Genom des Grünen Kugelfisches ist nur ein Achtel so umfangreich wie das in menschlichen Zellen. Bestimmte Sequenzen sind verkleinert. In den vergangenen 400 Mill. Jahren sei das Genom des Grünen Kugelfischs nur zehn Mal in größerem Maße verändert worden, sehr viel seltener als das des Menschen, hieß es. Die acht bis 17 Zentimer langen Tropenfische bevorzugen Brackwasser und leben in Flüssen und Sümpfen sowie küstennahen Meeren Süd- und Ostasiens.

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