Klima
Frühling beginnt in der Arktis immer früher

Der Frühlingsanfang im äußersten arktischen Norden verschiebt sich als Folge des Klimawandels immer weiter nach vorn.

dpa KOPENHAGEN. Der Frühlingsanfang im äußersten arktischen Norden verschiebt sich als Folge des Klimawandels immer weiter nach vorn.

Wie dänische Wissenschaftler in der Zeitschrift „Current Biology“ (Bd. 17, S. 449) vom Dienstag berichten, haben Messungen im Norden der Polarinsel Grönland eine Vorverlegung des Winterendes allein in den vergangenen zehn Jahren um 14,5 Tage ergeben.

Dies sei eine erneute „Frühwarnung“ aus der für die globale Erwärmung besonders anfälligen Arktis für den Rest des Planeten, schreibt der Biologe Toke T. Høye von der Universität Århus.

Høyes Team hatte in einer Langzeitstudie von 1996 bis 2005 rund um die Forschungsstation Zackenberg im nordöstlichen Grönland systematisch das Verhalten von Pflanzen, Schmetterlingen, Vögeln und anderen Tierarten zum Ende des Winters erforscht. Dabei ergab sich über zehn Jahre eine Vorverlegung von frühlingsgebundenen Entwicklungen oder Aktivitäten wie Wachstum, Blüte oder Eierlegen um durchschnittlich 14,5 Tage.

Bei einigen Arten ermittelten die Dänen sogar eine Vorverlegung um mehr als 30 Tage. Für Europa haben ähnliche Studien einen im Durchschnitt um 2,5 Tage und weltweit einen um 5,1 Tage früheren Frühlingsanfang über zehn Jahre ermittelt.

„Unsere Studie bestätigt, dass sich die Jahreszeiten verändern. Hier geht es nicht einfach nur um ein oder zwei warme Jahre, sondern um einen Trend über ein ganzes Jahrzehnt“, sagte Høye. Die „extrem schnelle“ Vorverlegung von Blüte, Wachstum und Eierlegen in der nördlichen Arktis sei umso überraschender, als die komplette Sommersaison hier nur drei bis vier Monate dauere.

Klimabedingte Verhaltensunterschiede von Pflanzen und Tieren könnten zu neuen Problemen führen, weil „das komplexe Netz der gegenseitigen Artenabhängigkeit zerrissen wird“.

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