Klima
Klima-Forschungsgipfel in Hamburg

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) will bis zum Herbst eine High-Tech-Strategie für den Klimaschutz mit konkreten Vereinbarungen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft vorlegen.

dpa HAMBURG. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) will bis zum Herbst eine High-Tech-Strategie für den Klimaschutz mit konkreten Vereinbarungen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft vorlegen.

„Ich finde, es ist jetzt Zeit, nicht weiter den Wettbewerb um Ziele anzufeuern. Da liegen genügend Vorschläge auf dem Tisch“, sagte Schavan am Donnerstag bei der Eröffnung eines Klima- Forschungsgipfels in Hamburg.

Jetzt müsse mit hohem Tempo konkret gearbeitet werden. Auf dem Kongress in der Hansestadt diskutierten rund 200 Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft über eine nationale Lösungsstrategie für die Herausforderungen des Klimawandels. Ein weiterer Gipfel ist für den 16. Oktober geplant.

Ziel sei einerseits die Erforschung und Entwicklung klimaschonender Verfahren und Technologien, sagte Schavan. Andererseits gelte es, sich etwa in Landwirtschaft, Bauwesen oder Verkehr auf den Klimawandel einzustellen. Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich am 9. März das Ziel gesetzt, die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad Celsius zu begrenzen. Das erfordere ungewöhnliche Anstrengungen. „Da geht es, wie Kollege (Umweltminister Sigmar) Gabriel zu sagen pflegt, um eine dritte industrielle Revolution“, betonte Schavan auch mit Blick auf den dritten Teil des neuen UN-Klimareports, der an diesem Freitag in Bangkok vorgelegt werden soll.

Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, sagte: „Wenn man in einer Krise steckt, muss man etwas mehr tun als "Business as usual".“ Die Messlatte sei sehr hoch, gehe es doch um einen Umbau der Weltenergiesysteme. „Wir haben alle den Klimawandel verschlafen. Das ist die Schwierigkeit.“ Die deutsche Automobilindustrie besitze das höchste technologische Potenzial der Welt. „Ich denke, aus dem könnte man noch sehr viel mehr machen.“ Aber auch die Solarenergie biete noch große Entwicklungschancen: „Das Zeug ist zu teuer, die Energiedichte ist nicht hoch genug. Es gibt zu große Verluste, wenn wir das Ganze transportieren.“ Biomasse biete ebenfalls noch viel Potenzial.

Mit Blick auf die Wirtschaft betonte Schavan: „Ich kann der Wirtschaft keine Strategien verkaufen, an der sie nichts verdienen kann.“ Hermann Requardt vom Zentralvorstand der Siemens AG betonte, es gebe bereits ein ganze Menge an Lösungsansätzen, die sich mit Technologie verbinden ließen. Allerdings seien manche Technologien noch nicht ausgereift. Wenn Deutschland sein Klimaschutzziel erreiche, bedeute dies für den globalen CO2-Ausstoß zwar nur einen „Prozentbereich hinter dem Komma“. Entscheidend sei aber, dass die bis dahin entstandenen Innovationen zum Exportschlager werden könnten. „Und bei Export, da klingeln natürlich gerne die Kassen der Wirtschaft.“

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) betonte die Bedeutung der Konferenz für die Region. „Hamburg und die Region Norddeutschland werden von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen sein.“ Bei dem Treffen wollten sich die Teilnehmer in acht Dialogforen aufteilen, die von jeweils zwei Fachleuten aus der Wirtschaft und der Wissenschaft geleitet werden. Die einzelnen Foren umfassten Bereiche wie Energie, Chemie, Materialwirtschaft, Bauen und Wohnen, Verkehr und Mobilität oder Land- und Forstwirtschaft.

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