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Klimaforscher wollen CO2 einfangen und lagern

Klimaforscher wollen umweltschädliches Kohlendioxid (CO2) mit Hilfe neuer Technologien einfangen und unter der Erde oder am Meeresboden speichern.

dpa MONTRéAL/NEW YORK. Klimaforscher wollen umweltschädliches Kohlendioxid (CO2) mit Hilfe neuer Technologien einfangen und unter der Erde oder am Meeresboden speichern.

Einen Sonderbericht von mehr als 100 Experten aus 30 Ländern, die solche Verfahren für die Zukunft empfehlen, hat der UN-Klimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change/Ipcc) in Montréal vorgestellt.

Energieeffizienz und umweltfreundliche Energiequellen seien zwar weiterhin die wichtigsten Punkte beim Kampf gegen den Klimawandel, dieser Report zeige jedoch, dass das Speichern von Kohlendioxid eine Ergänzung sein könne, sagte der Chef des UN-Umweltprogramms (Unep), Klaus Töpfer.

Die Umweltorganisation Greenpeace warnte in einer ersten Stellungnahme, Kohlendioxid-Lagerung als Wunderwaffe zu betrachten und schon jetzt im Kampf gegen den Klimawandel einzusetzen. „Erst einmal muss es darum gehen, Kohlendioxid überhaupt nicht entstehen zu lassen“, kommentierte die Geologin und Energieexpertin bei Greenpeace, Gabriela von Goerne. Noch sei die Technologie der so genannten Kohlendioxid-Verpressung nicht ausgereift und könnte leicht zu Fehlinvestitionen führen.

In dem Ipcc-Bericht heißt es, der weitere Anstieg von CO2-Emissionen - die Hauptursache der globalen Erwärmung - erfordere dringend Strategien gegen das Treibhausgas. Neue Techniken, die die von Kraftwerken und Fabriken produzierten CO2-Emissionen einfangen und anschließend über Rohre in tiefe Erdschichten pumpen, könnten eine wichtige Rolle beim Abbau des Gases spielen. Drei solcher Anlagen würden bereits betrieben, in Algerien, Kanada und in der Nordsee vor Norwegen.

Nach der Kalkulation des Ipcc könnten diese so genannten CCS- Technologien 15 bis 55 Prozent der Emissionsreduktionen ausmachen, die nötig seien, um den Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre bis 2 100 zu stabilisieren. Zudem ließen sich damit rund 30 Prozent der Kosten zum Bremsen des Klimawandels sparen.

Allerdings sind bisher erprobte CCS-Verfahren - nicht preiswert und erfordern zusätzliche Energie. CCS steht für carbon dioxide capture and storage technologies (Auffang- und Lagertechniken für Kohlendioxid). Finanziell attraktiv werden sie wahrscheinlich erst dann, wenn CO2-Erzeuger von ihren Regierungen zur Kasse gebeten werden. Darüber hinaus könnte das Auffangen und Einlagern des Treibhausgases beim internationalen Tausch von Emissionsrechten Bedeutung gewinnen.

Dagegen sieht Greenpeace viele technische Probleme bisher als ungelöst an. Die Speicherung riesiger Mengen im Untergrund würde die potenziellen Speicherplätze etwa in Deutschland schnell füllen. Zudem gebe es das Risiko von Leckagen.

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