Klimaschutzvorgaben: Klimaschutz erfreut Chipindustrie

Klimaschutzvorgaben
Klimaschutz erfreut Chipindustrie

Vor- und Nachteile der Klimaschutzvorgaben: Die deutschen Automobilhersteller wenden sich vehement gegen die Pläne der Europäischen Union. Während die Hersteller fürchten, auf ihren großen Spritfressern sitzen zu bleiben, hoffen die Hersteller von Halbleitern auf ein zusätzliches Geschäft - mit neuen Chip-Systemen lässt sich der Spritverbrauch senken.

MÜNCHEN. Die deutschen Autohersteller laufen Sturm gegen die Pläne der Europäischen Union, die Klimaschutzvorgaben deutlich zu verschärfen. Sie befürchten, dass sich ihre großen Spritfresser künftig schwerer verkaufen lassen als heute. Die Chiphersteller dagegen jubeln über die neuen Abgasvorschriften: Sie erwarten sich zusätzliches Geschäft, weil sich der Benzinverbrauch durch weitere Halbleiter im Fahrzeug senken lässt.

"Uns freuen die Pläne der EU-Kommission", sagt Marc de Jong, für das Autogeschäft zuständiger Vorstand des niederländischen Halbleiterproduzenten NXP. "90 Prozent aller Innovationen im Auto kommen aus der Elektronik - und davon profitieren wir." Auch Wolfgang Ziebart, Chef des NXP -Konkurrenten Infineon, bekommt leuchtende Augen, wenn er über den Energiespar-Trend redet: "Natürlich ist das eine Chance für uns, denn es werden immer mehr Halbleiter in ein Auto eingebaut."

Hintergrund ist ein Vorstoß der EU-Kommission kurz vor Weihnachten. Nach den Plänen von Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Umweltkommissar Stavros Dimas müssen große und schwere Autos den CO2-Ausstoß deutlich stärker verringern als kleine Fahrzeuge. Dies trifft vor allem die deutsche Produzenten wie Audi, BMW, Mercedes und Porsche.

Nach Analysen der Kommission werden die Klimaschutzvorgaben den Preis für einen Neuwagen durchschnittlich um 1 300 Euro in die Höhe treiben. Für BMW und Mercedes liegt der Preisanstieg im Durchschnitt der Modelle bei 2 000 Euro, für Porsche bei über 10 000 Euro.

Ein Teil davon landet in den Kassen der Chiphersteller. Denn sie haben Systeme im Angebot, mit denen die Autobauer den Spritverbrauch senken können. Das reicht von der intelligenten Steuerung der Leuchten, der Benzinpumpe oder der Infotainment-Anlage bis zu genaueren Reifendrucksensoren. "Wenn der Druck stimmt, dann ist auch der Verbrauch optimal", erklärt Kurt Sievers, Strategiechef der Autosparte von NXP.

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