Klimawandel
Forscher entdecken Mechanismus hinter Extremwetterlagen

Global betrachtet hat sich die Zahl andauernder Extremwetterlagen in den letzten 30 Jahren verdoppelt. Eine neue Studie erklärt, was hinter den Wetterphänomene stecken könnte.
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München/PotsdamKältewellen in den USA, Überschwemmungen in Deutschland und Waldbrände in Russland - extreme Wetterlagen nehmen seit Jahren zu. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat in einer Mitte August veröffentlichten Studie einen Mechanismus entdeckt, der diese Wetterphänomene erklären soll: Immer häufiger ziehen Höhenwinde in der Atmosphäre die immer gleiche Schleife, anstatt - wie eigentlich üblich - bei ihrem Weg um den Globus die Bahnen zu ändern. Das berichten die Wissenschaftler in der Zeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ („PNAS“).

Das Problem: Wenn die Zugbahn der sogenannten Jetstreams sich nicht verändert, fixiert dies die Wetterlage an einer Stelle. In der Folge kommt es zu extremen Hitzewellen und Dürren oder anhaltenden Regenfällen.

Global hat sich die Zahl solcher andauernden Extremwetterlagen in den letzten 30 Jahren verdoppelt, sagt Peter Höppe, Leiter der GeoRisikoForschung des Rückversicherers Munich Re.

Welchen Einfluss der Klimawandel auf die immer gleiche Bewegung des Jetstreams hat, ist demnach unklar. Die PIK-Forscher sehen einen Zusammenhang. „Allerdings ist das bislang nur eine Hypothese, die zwar plausibel erscheint, aber keineswegs gesichert ist“, kommentiert Höppe die Studie.

Weil Treibhausgase für eine Erwärmung der Arktis sorgen, schmelzen Schnee- und Eisflächen. Helle Flächen, die Sonnenstrahlung zum Großteil reflektieren, verschwinden, und die dunkleren Flächen erwärmen sich schneller durch die erhöhte Strahlungsabsorption. Der Temperaturunterschied zwischen Nord und Süd nimmt deshalb ab.

Doch genau dieser Unterschied ist es, der den Starkwind normalerweise antreibt. „Die Erwärmung der Arktis und die immer häufigere langanhaltende Konstanz der Bahn der Höhenwinde korrelieren. Ob sie tatsächlich auch kausal zusammenhängen, muss noch bewiesen werden“, meint Höppe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Relativ konstant vllt auf Sicht mehrerer hunderttausenden von Jahren. Die Neolithische Revolution fällt mit dem Ende der großen Eiszeit zusammen, Anläufe gabe es aber schon vorher. Die darauffolgende Zeit ist von zahlreichen Schwankungen gekennzeichnet. Die erste Völkerwanderung germanischer Stämme in den Süden wurde durch eine Kältephase ausgelöst. In der heutigen Sahara ist ein ganzes Königreich verschwunden und das ökonomische Gefüge des Römischen Reiches zerfiel u.a. an einem Klimawandel (Ernteausfälle, Dürre, ganze Städte wurden ihrer ökonomischen Grundlage beraubt). Das Früh und Hochmittelalter sind von einer Wäremphase geprägt, es kam zur Bevölkerungsexplosion der sich die Phase der massenhaften Städtegründungen, die Entstehung der Hanse und die Besiedlung der Gebiete östlich der Elbe anschloss. Zum Ausgang des Spätmittelalters/ Anfang der frühe Neuzeit kam es zu kältephasen, feuchte Sommer und lange Winter sorgten für Missernten, es kam vermehrt zu Hungersnöten und der Verbreitung von Pilzen am Getreide (Mutterkorn.) Diese extreme Phase sorgte für Unruhen und brachte die zweite großen Hexenverfolgung (Hexenwahn). Danach kam eine erneute Wärmepahse die bis heute andauert. Unsere Geschichte ist massiv geprägt von der Unbeständigkeit des Klimas.

  • @Mohammed Chang
    10 000 Jahre konstantes Klima...haben wohl noch nichts von Großen und Kleinen Eiszeiten gehört, die wir ständig in den letzten 10.ooo Jahren hatten. Und Kälte Zeiten sind eine wirkliche Herausforderung. Wenn Sie noch jung genug sind, werden Sie dies in den nächsten Jahren noch erleben dürfen. Warmzeiten sind dagegen Gute Zeiten für unser Leben. Wir werden noch froh sein, dass wir auf die Kraftwerkstechnik einen Kraftwerkspark zugreifen können, wenn die Zeiten kälter werden. Und schon heute geht nichts mehr ohne einen Kraftwerkspark (Kohle, Gas, Uran). Die sog. Erneuerbaren Energien sind ein Geschäftsmodell für Abzocker und Gesellschaft Vernichter. Nicht die Erneuerbare Energien sind die Energiequellen Zukunft, sondern in der Kernkraft/Fusion liegt die Zukunft und damit die Weiterentwicklung der Menschen. Egal ob EU-Deutschland jetzt weiter diesen Selbstmörderischen EE-Weg geht. Die Energiewelt schaut in eine Zukunft OHNE Erneuerbare Energien und entwickelt die Kernkraft weiter und weiter aus.

  • Glauben Sie eigentlich den Blödsinn den Sie da schreiben oder sind Sie etwa nur ein Troll?
    Seit ca. 10.000 Jahren herrscht ein recht konstantes Wetter auf diesem Planeten. Das hat dazu geführt das der Mensch sich in Siedlungen niederließ und Ackerbau & Viehzucht betrieb. Vorher gab es keine solche Entwicklung obwohl Homo Sapiens zu diesem Zeitpunkt rund 170.000 Jahre auf der Erde wandelte.
    Was also passiert wenn sich das Klima der Erde wieder dahin begibt wo es vor über 10.000 Jahren war?
    Sie erzählen etwas von Anpassung, Evolution und Weiterentwicklung. Mit Ihrer Einstellung hätten wir bis heute kein Feuer.
    Zum Glück gibt es noch Menschen die auf die Fehler der Vergangenheit schauen um neue Möglichkeiten für Morgen zu finden.

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