Klinik in Hannover testet neues Verfahren aus den USA
Implantierter Nagel lässt Knochen im Körper wachsen

Eine neue Methode ermöglicht eine besonders schonende Verlängerung von Beinknochen. Europaweit implantierten erstmals Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) vier Patienten in den USA entwickelte Knochen-Nägel, die im Körper gleichsam wachsen.

HB HANNOVER. Der Knochen-Nagel enthält ein Gewinde, das durch normale Drehbewegungen des Beines Anstöße erhält und ihn so in winzigen Schritten um bis zu einen Millimeter pro Tag verlängert. Bislang wurden Beinknochen meist durch ein umfangreiches außen liegendes Gestänge mit Drähten und Schrauben auf eine größere Länge gebracht.

Im Vergleich zur herkömmlichen Technik hätten die Patienten weniger Schmerzen, und das Risiko von Infektionen und Beweglichkeitsstörungen sei bei dem selbst wachsenden Nagel weitaus geringer, sagt der Direktor der MHH-Unfallchirurgie, Christian Krettek. Der Nagel werde vor der Operation auf den Längenzuwachs eingestellt und über einen Hautschnitt in den verkürzten Knochen eingesetzt. Danach werde der umschließende Kochen durchtrennt, damit er nachwachsen kann. Wenn die eingestellte Länge erreicht sei, könne der Nagel meist im Bein bleiben. Die Ärzte können das Knochenwachstum über einen im Nagel eingebauten Magneten verfolgen. Die Behandlungsdauer sei bei den vier Patienten kürzer gewesen als bei herkömmlichen Verfahren.

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