Forschung + Innovation
Klonverbot spaltet Vereinte Nationen

Neue Bemühungen im Rahmen der Vereinten Nationen um ein globales Verbot des Klonens von Menschen drohen ebenso zu scheitern wie frühere Versuche.

dpa NEW YORK. Neue Bemühungen im Rahmen der Vereinten Nationen um ein globales Verbot des Klonens von Menschen drohen ebenso zu scheitern wie frühere Versuche.

Im Verlauf einer zweitägigen Debatte über eine internationale Regelung des Klonens in den UN in New York zeichneten sich am Freitag unversöhnliche Standpunkte ab. Eine Seite mit den USA und dem Vatikan sowie fast 60 meist streng katholischen Ländern fordert ein umfassendes Klonverbot. Dieses würde auch die weitere Forschung mit embryonalen Stammzellen einschließen. Von dieser Forschung aber erhoffen sich viele Ärzte und Patienten die Behandlung und Heilung von einigen der schwersten Krankheiten.

Die andere Seite stimmt zwar einem Verbot des reproduktiven Klonens zu. Doch sie wehrt sich dagegen, auch das so genannte therapeutische Klonen in eine Anti-Klon-Konvention einzuschließen. Beim therapeutischen Klonen werden embryonale Stammzellen zu Forschungszwecken kopiert - in der Hoffnung, mit ihnen eines Tages Krebs, Herzleiden, Diabetes, Alzheimer und Parkinson heilen zu können. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan sprach sich am Rande der Debatte in New York persönlich für die Stammzellenforschung aus.

Den Vertretern der 191 UN-Mitgliedsstaaten im zuständigen Rechtsausschuss der UN-Vollversammlung liegen zwei entsprechende Resolutionsentwürfe vor, der erste offiziell von Costa Rica eingebracht und der zweite liberale von Belgien. Die ursprünglich für Freitag erwartete Abstimmung dürfte nach Einschätzung von Beobachtern jetzt frühestens Anfang November anberaumt werden - wenn überhaupt. Das letzte Votum vor einem Jahr hatte mit nur einer Stimme Mehrheit einen zweijährigen Aufschub der Abstimmung erwirkt, der später auf ein Jahr verkürzt wurde.

Viele Länder befürchten, dass eine Kampfabstimmung über diese entscheidende Frage einen Keil in die internationale Gemeinschaft treiben könnte. Als Ausweg aus dem Dilemma schlagen sie vor, statt eines globalen Klonverbots nationale Anti-Klon-Gesetze zu forcieren, die dann jedem Land offen lassen, das therapeutische Klonen einzuschließen oder auszuklammern. Deutschland hat sich offiziell hinter keine der beiden Resolutionsentwürfe gestellt, neigt dem Vernehmen nach aber eher dazu, die Stammzellenforschung nicht weltweit zu verbieten.

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