Forschung + Innovation
Körpereigene Arthrose-Therapie vielversprechend getestet

Gelenkverschleiß im Knie lässt sich einer Studie zufolge mit einer neuartigen Methode bremsen. Die so genannte Orthokin-Methode habe deutlich besser abgeschnitten als herkömmliche Behandlungsmethoden mit Schmerzmitteln, Kortison oder künstlicher Gelenkschmiere.

dpa DüSSELDORF. Gelenkverschleiß im Knie lässt sich einer Studie zufolge mit einer neuartigen Methode bremsen. Die so genannte Orthokin-Methode habe deutlich besser abgeschnitten als herkömmliche Behandlungsmethoden mit Schmerzmitteln, Kortison oder künstlicher Gelenkschmiere.

Dies berichtete der Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Düsseldorf, Prof. Rüdiger Krauspe, am Dienstag. Für die im Mai abgeschlossene Studie waren 400 an Kniegelenkarthrose leidende Patienten im Alter zwischen 30 und 85 Jahren an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität untersucht worden. Es handelt sich nach Hochschulangaben um die erste große Kniegelenksstudie zur Orthokin-Therapie an einer deutschen Universität.

Die in Düsseldorf von Fachärzten entwickelte Orthokin-Methode basiert auf der Erkenntnis, dass das Protein Interleukin-1 (IL-1) eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Arthrose spielt. Den Patienten wird daher ein IL-1-Gegenspieler injiziert, der aus ihrem eigenen Blut gewonnen wird. Er wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd und knorpelschützend.

Für die so genannte Phase-III-Studie war den Patienten über einen Zeitraum von drei Wochen sechs Mal entweder Orthokin, Kochsalzlösung als wirkungsloses Scheinmedikament (Placebo) oder Hyaluronsäure als körperfremde Gelenkschmiere gespritzt worden. 70 Prozent der mit dem körpereigenen Arthrose-Hemmstoff behandelten Patienten berichteten nach einem halben Jahr über eine mindestens 50-prozentige Schmerzbesserung. Bei Hyaluronsäure und dem Placebo seien es nur 25 Prozent Linderung gewesen. Die Gelenkfunktion in der Orthokin-Gruppe verbesserte sich um mehr als 50 Prozent. In den Vergleichsgruppen seien es nur 20 Prozent gewesen.

Die Krankenkassen - mit Ausnahme einiger privater Versicherungen - kommen für die Orthokin-Behandlung bislang allerdings nicht auf. Derzeit kostet die neue Arthrosetherapie zwischen 700 und 1 500 Euro. Angesichts von bundesweit elf Mill. Arthrosepatienten, davon fünf Mill. mit Kniegelenkarthrose, und geschätzten Kosten für orthopädische Behandlungen von rund 20 Mrd. Euro pro Jahr sehen die an der Studie beteiligten Ärzte ein hohes Einsparpotenzial der Orthokin-Methode.

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