Forschung + Innovation
Kometenjäger „Rosetta“ kommt bei Erdumrundung auf Touren

Die Kometensonde „Rosetta“ hat ihren Vorbeiflug an der Erde in der Nacht auf Samstag erfolgreich absolviert. Um 23.10 Uhr näherte sie sich der Erde über Mexiko bis auf 1900 Kilometer. „Diese Nähe ist ungewöhnlich, aber für den Schwung war es notwendig.“

dpa DARMSTADT. Die Kometensonde „Rosetta“ hat ihren Vorbeiflug an der Erde in der Nacht auf Samstag erfolgreich absolviert. Um 23.10 Uhr näherte sie sich der Erde über Mexiko bis auf 1900 Kilometer. „Diese Nähe ist ungewöhnlich, aber für den Schwung war es notwendig.“

Das sagte Jocelyne Landeau-Constantin, Sprecherin der Europäischen Kontrollstation Esoc in Darmstadt. Der drei Tonnen schwere Flugkörper konnte in dieser Zeit mit einfachen Ferngläsern verfolgt werden. „Rosetta“ war vor fast genau zwölf Monaten gestartet und soll 2014 den Kometen Tschurjumow-Gerasimenko erreichen.

„Je enger die Sonde die Erde umfliegt, desto mehr kommt sie in den Sog der Anziehungskraft und wird beschleunigt“, erklärte Landeau-Constantin. Durch das Manöver sei „Rosetta“ um fast ein Drittel schneller geworden von rund sieben auf mehr als zehn Kilometer pro Sekunde (37 000 Kilometer pro Stunde). Außerdem seien Daten ausgetauscht worden. „Dabei hat sich gezeigt, dass alle Geräte an Bord fehlerfrei arbeiten,“ sagte Landeau-Constantin.

Auf ihrem Weg durchs All soll die Sonde am Mars und noch zwei Mal an der Erde Schwung holen. „Bei ihren nächsten Besuchen im November 2007 und 2009 wird sie allerdings nicht so dicht herankommen“, sagte die Sprecherin. Im Jahr 2014 soll „Rosetta“ dann den Kometen auf seinem Weg in Richtung Sonne begleiten und den Lander „Philae“ auf ihm absetzen.

Von der Kometenforschung erhoffen sich Wissenschaftler Erkenntnisse über die Anfänge des Planetensystems vor 4,6 Mrd. Jahren. Außerdem untersuchen sie, welche Rolle Kometeneinschläge bei der Entstehung des Lebens auf der Erde gespielt haben.

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