Kommunen
Oldenburg wird „Stadt der Wissenschaft 2009“

Oldenburg wird Deutschlands „Stadt der Wissenschaft“ im Jahr 2009. Damit setzte sich die 160 000-Einwohner-Stadt am Donnerstag in Jena mit ihrem Konzept unter dem Slogan „Übermorgenstadt“ gegen die beiden Mitbewerber Lübeck und Konstanz durch.

dpa OLDENBURG/JENA. Oldenburg wird Deutschlands „Stadt der Wissenschaft“ im Jahr 2009. Damit setzte sich die 160 000-Einwohner-Stadt am Donnerstag in Jena mit ihrem Konzept unter dem Slogan „Übermorgenstadt“ gegen die beiden Mitbewerber Lübeck und Konstanz durch.

Die Jury tat sich mit der Auswahl schwer: „Der Entscheid war so schwierig wie noch nie“, sagte ihr Vorsitzender Joachim Treusch. Die Wahl sei erst nach langer Diskussion und nach Punkten gefallen, hieß es. Der Titel „Stadt der Wissenschaft“ wird vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ausgelobt. Der Gewinner erhält ein Preisgeld von bis zu 250 000 Euro. Die Endrunde im Kampf um den Titel wurde in Jena, der amtierenden „Stadt der Wissenschaft 2008“, ausgetragen.

Neben der Universität entstehen in der einstigen Residenzstadt Oldenburg derzeit zahlreiche neue Forschungseinrichtungen. So eröffnet die Max-Planck-Gesellschaft in diesem Jahr ein neues Forschungszentrum für Meereswissenschaften; das Fraunhofer-Institut hat vor wenigen Wochen bekanntgegeben, sich in der niedersächsischen Stadt mit einem Zentrum für Hörforschung niederzulassen. „Für Oldenburg ist die Bewerbung das Herzstück der Stadtentwicklung in den nächsten fünf bis zehn Jahren“, hatte Oberbürgermeister Gerd Schwandner (parteilos) vor der Endrunde erklärt. Mit 16 Leitprojekten zu Themen wie Informationstechnologie, Energiewirtschaft und Zukunftsforschung hatte Oldenburg das Rennen gemacht.

Der Jubel über den Titel war groß. „Das bringt uns ganz nach vorne“, sagte Schwandner der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Ergebnis sei sehr knapp gewesen. Der Gewinn werde einen „nachhaltigen Effekt“ für Oldenburg haben. Auch der niedersächsische Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) gratulierte. Der Präsident der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg, Uwe Schneidewind, sagte der dpa: „Wir sind überglücklich. Es waren Monate mit sehr viel Arbeit, die jetzt belohnt wurden.“ Für die wissenschaftliche Orientierung der Stadtentwicklung gebe die Entscheidung eine Menge Rückenwind. Die mittleren Universitäten würden ja nicht so wahrgenommen wie die großen Flaggschiffe.

Auch die beiden unterlegenen Kandidaten Lübeck und Konstanz gehen nicht leer aus. „Der Stifterverband hat sich entschieden, dass auch jeweils ein zentrales Projekt der Städte, die nicht Sieger geworden sind, gefördert wird“, sagte der Sprecher des Verbandes, Michael Sonnabend. Der Wettbewerb soll helfen, dass in den Städte Netzwerke vor allem zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur entstehen. Zudem soll sich die Wissenschaft für die Bürger öffnen und so zu einem wichtigen Identifikationspunkt werden. Der Preis wurde erstmals für das Jahr 2005 ausgelobt. Als bisherige Preisträger setzten sich Bremen und Bremerhaven (2005), Dresden (2006), Braunschweig (2007) und Jena (2008) durch. Im Jahr 2010 wird der Wettbewerb ausgesetzt.

Bevor die Jury in Jena zu ihrer Beratung zusammenkam, konnten die drei Kandidaten noch einmal in 30-minütigen Präsentationen für ihr Konzept werben. Für den Sieger Oldenburg war es der zweite Anlauf. Die Stadt war im Rennen um den Titel für das Jahr 2005 in der Vorrunde ausgeschieden.

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