Kommunikation
Die Tücken des vernetzten Lebens

Die schöne neue mobile Bürowelt birgt Chancen aber auch Risiken. Die Kommunikation auf allen Kanälen erhöht in vielen Fällen zwar die Produktivität der Mitarbeiter, sie kann sie aber auch überfordern oder im schlimmsten Fall demotivieren. Welche Herausforderungen auf die mobilen Arbeiter der Zukunft warten.
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DÜSSELDORF. Firmen sollten die Einführung von Unified Communications sorgfältig vorbereiten, rät Jörg Kelter, Experte für Arbeitsorganisation am Fraunhofer IAO in Stuttgart.

"Die Mitarbeiter müssen auf die neue Art der Überall-Erreichbar-Kommunikation vorbereitet werden", sagt der Fraunhofer-Forscher. Zudem müssen die Strukturen und Abläufe der Arbeit angepasst werden. Projekte müssen auf die Zusammenarbeit übers Web ausgerichtet werden. Eine neue virtuelle Besprechungskultur wird entstehen, wenn Meetings zunehmend flexibel und ortsunabhängig mit Hilfe von Audio-, Video- oder Web-Konferenzen abgehalten werden.

Wenn immer mehr Menschen unterwegs arbeiten, dann kommen die Unternehmen künftig mit kleineren Büros aus, was auf den ersten Blick enorme Kosten spart. "Von dem Gesparten muss man aber auch wieder etwas investieren", sagt der IAO-Experte. Die Büros müssten der neuen Art der Zusammenarbeit angepasst werden. Das Unternehmen wird mehr zu einem Treffpunkt, an dem die Mitarbeiter ihre Erfahrungen austauschen. Es müsse daher mehr Plätze für informelle Gespräche geben. Die Kantine beispielsweise sollte den Kaffee danach anbieten, in den Büroetagen sollte es Lounge artige Bereiche geben, in den man sich mit den Kollegen zum Plausch verabreden kann. "Die Mitarbeiter sollten das Gefühl haben, dass es sich bei der neuen Arbeitsweise - bei der sie das Gefühl haben, stärker gefordert zu sein - um eine Win-Win-Situation handelt", sagt Kelter.

Umfragen des IAO zeigen, dass sich die mobilen Wissensarbeiter für produktiver halten als ihre Kollegen in der Firmenzentrale. Sie können freier agieren und sind flexibler. Das verlangt aber auch ein hohes Maß an Disziplin. Sie haben oft keine festen Arbeitszeiten mehr. In der Folge lassen sich berufliches und privates nicht mehr so deutlich trennen. Das kann im Extremfall dazu führen, dass Mitarbeiter nur noch arbeiten und nicht merken, wann sie sich überfordern. Hier helfen klare Zielvereinbarungen, um den Mitarbeitern wieder eine Orientierung zu geben.

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