Forschung + Innovation
Kongress mit 6 900 Physikern in Berlin

Vor den Toren der Technischen Universität Berlin bot sich am Freitag ein seltener Anblick: Tausende Physiker strömten zu den ersten von 6 000 Vorträgen des bislang größten Fachkongresses in Europa.

dpa BERLIN. Vor den Toren der Technischen Universität Berlin bot sich am Freitag ein seltener Anblick: Tausende Physiker strömten zu den ersten von 6 000 Vorträgen des bislang größten Fachkongresses in Europa.

Die Tagung unter dem Motto „Physik seit Einstein“ richte sich vor allem an junge Nachwuchsforscher, sagte der Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), Knut Urban, bei der Eröffnung des sechs Tage dauernden Kongresses. Auch Albert Einstein habe seine wichtigsten wissenschaftlichen Abhandlungen schließlich als junger Mann gemacht.

„Einstein hat Straßen begonnen, die bis heute reichen“, sagte Urban. Wer aber von der Grundlagenforschung direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt erwarte, denke zu kurzfristig. „Es kann nicht Aufgabe der Forschung sein, Arbeitsplätze zu sichern.“ Forschern in Deutschland fehle es derzeit sowohl an Geld als auch an Anerkennung. Stattdessen gebe es immer neue Innovationsoffensiven, bei denen die neueste die vorherige ins Abseits stelle. „Damit wird im Wesentlichen nichts bewirkt.“ Der Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Jürgen Mlynek, warnte vor einer weiteren finanziellen Unterversorgung der Hochschulen. „Die Universität ist nach wie vor der zentrale Ort, an dem Wissen erzeugt und vermittelt wird.“

Wie facettenreich solches Wissen sein kann, erfahren die mehr als 6 900 Physiker aus rund 40 Nationen auf dem Berliner Mammutkongress bei Hunderten Vorträgen, Fachsitzungen und Symposien. Das Programm umfasst das gesamt Spektrum der modernen Physik: Über den Roten Planeten Mars wird diskutiert und über Schwarze Löcher, über kleinste Teilchen ebenso wie über die unendlichen Weiten des Kosmos. Auch brisante Themen wie die Rüstungskontrolle und der Nuklearterrorismus stehen auf der Agenda.

Auch interessierte Laien können an den „Physikfestspielen“ teilhaben: Öffentliche Vorträge laden unter anderem zu Spritztouren am Rande der Lichtgeschwindigkeit und in den Maschinenraum von Zellen ein. Auch Nobelpreisträger Klaus von Klitzing wird am Montag (7.3.) einen Vortrag halten - über Einsteins Nobelpreis-gekürte These, dass Licht häppchenweise auftritt.

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