Konkurrenz für Google
Digitale Bibliotheken im Netz

Der weltgrößte Internet-Suchmaschinenbetreiber Google, dessen Aktienwert sich 2005 mehr als verdoppelt hat, will weltweit alle Bücher in einer digitalen Bibliothek erfassen. Dabei sind die Kalifornier mit ihrem Vorhaben nicht alleine.

HB DÜSSELDORF. Die EU will das historische und kulturelle Erbe Europas ebenfalls im Internet zugänglich machen. Das Material europäischer Bibliotheken soll digitalisiert werden. Frankreich und fünf weitere EU-Staaten haben angeregt, im Rahmen der Initiative i2010 diese virtuelle Bibliothek zu schaffen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft förderte seit 1997 mehr als 90 Digitalisierungsinitiativen - zum Beispiel die von Flugschriften aus der Revolution von 1848 oder des Deutschen Wörterbuchs der Gebrüder Grimm. Meist soll die Digitalisierung wertvolle Bücher schützen und sichern und seltene Werke leichter zugänglich machen.

"In Deutschland wurden die meisten Gelder bisher in Software gesteckt, nicht in das Einscannen von Büchern selbst", kritisiert Elmar Mittler, Direktor der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, die eines der ambitioniertesten deutschen Digitalisierungszentren betreibt. Er hält Public-Private-Partnerships für das Mittel der Wahl, Googles digitale Bibliothek mit europäischen Büchern zu ergänzen. Denn Mittler ist überzeugt: Früher oder später wird es zum Handel mit kulturellen Inhalten im Internet kommen.

Mittler zur Zukunft: "Wenn wir die Bestände der europäischen Bibliotheken, unser kulturelles Erbe, nicht digitalisieren, vergeben wir einen Schatz, den wir als Grundlage für weitergehende E-Business-Aktivitäten nur einmal zur Verfügung haben. Wir müssen dann zusehen, wie ihn andere kommerziell ausnutzen." Google ließ sich in den USA bereits eine Pay-Per-View-Lösung für seine Buchsuche patentieren. Und auch mit seinen Scannerstraßen hat das Unternehmen einen enormen technischen Vorsprung.

Hier eine Zusammenstellung von Buch-Volltext-Datenbanken im Internet:

print.google.de: Beta-Version der "Google Book Search" (früher "Google Print") mit Zugriff auf Bücher einiger deutscher Verlage und den Bestand des amerikanischen Google-Scan-Programms. Noch im Aufbau.

www.zvdd.de: Zentrale Zugriffsmöglichkeit auf digitalisierte Drucke deutscher Bibliotheken. Noch im Aufbau.

www.opencontentalliance.org: Archiv digitaler Texte und multimedialer Inhalte. Hier soll die Buchsuche von Microsoft und Yahoo eingebunden werden. Auch verschiedene amerikanische Bibliotheken stellen ihre digitalen Inhalte hier zur Verfügung.

www.vascoda.de: Grundbaustein für eine "Digitale Bibliothek Deutschlands", Zugriffsmöglichkeit auf die Volltext-Datenbanken wissenschaftlicher Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Teilweise Pay Per View.

www.theeuropeanlibrary.org: Portal der europäischen Nationalbibliotheken. Etwa 10 Prozent der Katalogbestände liegen im Volltext vor.

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