Konkurrenzlos günstige Sonnenenergie
Warme Luft bringt Wasser zum Kochen

Am Institut für Thermische Energietechnik der Universität Kassel wurde eine solarthermische Anlage entwickelt, die auch nachts warmes Wasser liefert.

HB KASSEL. Das System arbeitet bereits in einem Fernheizkraftwerk der kirgisischen Hauptstadt Bischkek, das Haushalte mit warmem Wasser für die Dusche und das Wäschewaschen versorgt. „Die Anlage produziert konkurrenzlos günstig Sonnenenergie: Eine Kilowattstunde kostet etwa einen Cent“, sagt Entwickler und Energietechniker Klaus Vajen.

Die Kasseler Forschergruppe setzt auf eine Kombination aus Luftkollektor, Luft-Wasser-Wärmeübertragung und einen Solarkollektor, durch den Wasser fließt. „Das alles sind Standardkomponenten, die von uns miteinander verbunden und in ihrer Wirkung optimiert worden sind“, sagt der Techniker. Der Luftkollektor saugt Außenluft an, die durch Sonnenstrahlen bis auf 45 Grad erwärmt wird. Im Luft-Wasser-Wärmeübertrager lässt die angesaugte Luft die Temperatur des Wassers auf etwa 20 Grad steigen. Im Solarkollektor schließlich wird das Wasser durch Sonneneinstrahlung auf 35 Grad gebracht.

Anschließend wird es auf herkömmlichem Wege auf 60 Grad erhitzt, um es über Fernwärmerohre in die Haushalte zu leiten. „Durch die solarthermische Vorwärmung muss für die Endtemperatur bis zu einem Drittel weniger fossiler Brennstoff als üblich verwendet werden“, sagt Vajen. Selbst nachts bringt die Anlage ein Viertel der maximalen Tagesleistung. Der Trick: Die von der Sonne erwärmte Umgebungsluft des Tages wird weiter genutzt. „Damit erreichen wir eine bisher nie da gewesene Effizienz“, sagt Vajen.

Allerdings: In kühlen Ländern oder im Winter bringt diese Technik nichts. Und: Die Anlage macht nur Sinn, wenn sie an ein so genanntes offenes Fernwärmenetz angeschlossen ist. „Dieser Typ von Fernwärmenetz findet sich in fast jeder zweiten Stadt der ehemaligen Sowjetunion. Hier gibt es ist ein großes Marktpotenzial“, sagt Vajen.

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