Konsortium will die Loran-C-Ortung wiederbeleben
40er-Jahre-Technik findet LKWs leichter

Steigende Diebstahlsraten bei LKW-Transporten werden zunehmend zum Problem für die europäische Wirtschaft. 2002 haben sich die Verluste bei den Mitgliedern der Technologie Asset Protection Association Europe (TAPA), einer Vereinigung von Tech- und Logistikfirmen, mehr als verdoppelt.

HB DÜSSELDORF. Auf dieses Problem haben die Siemens-IT-Sparte SBS und der Logistiker Kühne & Nagel (K&N) reagiert und im Mai das Logistic Ident Consortium (Licon) gegründet. Dort werden neue Sicherheitstechnologien entwickelt. „Ziel ist ein Konzept, das Sicherheit in allen Phasen des Transports garantiert“, sagt Alexander Unruh von K&N. Zu Licon zählen neben SBS und K&N auch spezialisierte Technologieanbieter wie Detectis, ein Entwickler von Navigationssystemen.

Besonders betroffen von Diebstählen sind LKW-Ladungen mit hochwertigen IT-Produkten. „Mit einfachen Mitteln können Banden attraktive Beute machen“, sagt Jürgen Kempf von TAPA. Das wird sich ändern, wenn es nach Licon geht. Zentraler Bestandteil des Konzepts ist das Long Range Navigation System (Loran-C), eine in den 40er-Jahren entwickelte Ortungstechnik, die in der Luft- und Seefahrt zuletzt zunehmend vom Satellitennavigationssystem GPS verdrängt wurde.

Loran-C-Stationen senden extrem lange Wellen, für deren Empfang ein LKW – anders als bei der Satellitenortung GPS – keine Außenantenne braucht. „Für LKW-Diebe gibt es keinen Hinweis auf die Existenz einer Ortungsvorrichtung“, sagt Unruh. Die bislang gebräuchlichste Strategie – Antenne entfernen, ungeortet wegfahren und Ladung ausräumen – wird hinfällig.

Der an der Innenseite der LKW- Ladetür angebrachte Loran-C-Empfänger, Bestandteil eines von Detectis entwickelten Lkw-Schlosses, kann weiter geortet werden – ohne, dass die Diebe etwas ahnen. „Selbst Gebäude mit dicken Wänden, Tunnel oder Tiefgaragen bieten keinen Schutz“, berichtet Unruh – bei GPS dagegen ist Sichtverbindung zu drei Satelliten nötig. Von ungeplanten Routenänderungen erfährt die Sicherheitszentrale sofort, weil dann die zweite Komponente des Schlosses automatisch eine SMS sendet. „Wir bauen ein europaweites Netz vom Sicherheitsdiensten auf, die in solchen Fällen informiert werden“, sagt Thomas Jell von SBS.

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