Kopie einer Katastrophe: Chinesen bauen die „Titanic“ nach

Kopie einer Katastrophe
Chinesen bauen die „Titanic“ nach

Jetzt kopieren die Chinesen auch noch die berühmteste Katastrophe in der Geschichte der Seefahrt. Ihre „Titanic II“ soll Touristen das Erlebnis einer Eisberg-Kollision hautnah vermitteln – Schlagseite inklusive.
  • 4

PekingDas Muster ist bekannt: Wenn eine hinreichende Zahl von Chinesen etwas faszinierend findet, baut es einfach einer im eigenen Land nach. Das gilt für österreichische Dörfer genauso wie für Apple-Shops, Ikea-Einrichtungshäuser oder Triumphbögen.

Auch das Passagierschiff im Mittelpunkt der bekanntesten Katastrophe der Seefahrt bleibt nicht verschont. Statt den Geist der „Titanic“ in Frieden auf dem Boden des Atlantik ruhen zu lassen, sind derzeit sogar zwei Projekte damit beschäftigt, Kopien des legendären Luxusliners aufs Wasser zu bringen.

Das ältere Projekt hat sich das Jahr 2016 als Ziel für den Stapellauf in der ostchinesischen Jinling-Werft gesetzt. Das Ziel ist hier eher die Schaffung eines äußerlich ähnlichen Schiffs mit modernem (und, so dürfen wir vermuten, sichererem) Innenleben. Ein exzentrischer Financier aus Australien will es tatsächlich nutzen, um Kreuzfahrten darauf anzubieten.

Ein Stromanbieter aus der Provinz Sichuan im Westen Chinas zieht nun nach und will statt einer modernisierten Version eine möglichst genaue Kopie aus Basis alter Baupläne anfertigen lassen. Die Seven Star Energy Investment Group wird dafür eine runde Milliarde Yuan ausgeben – das sind derzeit immerhin rund 120 Millionen Euro.

„Wir wollen die ‚Titanic‘ in China nachbauen, um den Geist des Gedenkens von West nach Ost zu tragen“, sagt Firmenchef Su Shaojun bei einer Pressekonferenz in Hongkong.

Die originalgroße „Titanic II“ soll Herzstück eines neuen Vergnügungsparks im abgelegenen Sichuan sein. Schon das macht es unmöglich, dass sie jemals über den Ozean pflügen wird - doch auch diese Kopie soll als schwimmfähiges Wasserfahrzeug von einer Werft gebaut werden. „Das Schiff wird dann jedoch für immer an einem Ufer des Flusses Qi festmachen“, sagt Su. Schon in zwei Jahren soll der Park für das Publikum öffnen.

Seite 1:

Chinesen bauen die „Titanic“ nach

Seite 2:

Spezialeffekte sollen die Katastrophe erlebbar machen

Kommentare zu " Kopie einer Katastrophe: Chinesen bauen die „Titanic“ nach"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Erstmal sollten sie sich schämen, so über verstorbene zu reden, auch soldaten sind menschen und haben ein recht zu leben. und in eisiger see zu ersaufen ist bestimmt kein schöner tot. Zudem auf der gustloff größten teils verletzte soldaten, frauen und kinder aus dem eingekesselten ostpreussen in die westgebiete gebracht werden sollten. mein großvater konnte diesem unglück nur mit viel glück entkommen, er sollte eigentlich auch auf der gustloff rausgebracht werden, schafte es aber nicht rechtzeitig als verwundeter an bord zu kommen und wurde dann erst am nächsten tag mit einem anderen schiff evakuiert.
    ich finde es immer wieder erstaunlich wie man bei einem britischen schiff (Titanic) im kino heult,
    aber wenn es um die toten des eigenen volkes geht, hat man nur verachtung übrig.

  • Stimmt Marcel.
    Aber nicht nur. Die Fracht bestand aus Waffen und die Passagiere aus Flüchtlingen, komisch normalerweise sprechen die Deutschen immer von Vertriebenen, und Soldaten.

  • auf der "Gustloff" waren zivile Flüchtlinge, die ihr Leben lassen mussten!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%