Korr-Inland
Sonne, Mond und Sterne im Januar 2008

Nach wie vor dominiert der Planet Mars den Nachthimmel. Nach Einbruch der früh einsetzenden Dunkelheit sieht man ihn im Januar als rötlich leuchtenden Lichtpunkt hoch im Südosten.

dpa HAMBURG. Nach wie vor dominiert der Planet Mars den Nachthimmel. Nach Einbruch der früh einsetzenden Dunkelheit sieht man ihn im Januar als rötlich leuchtenden Lichtpunkt hoch im Südosten.

Zu Weihnachten hat ihn die Erde auf der Innenbahn überholt, weshalb er im Dezember 2007 mit 88 Mill. Kilometern seine geringste Entfernung von uns erreichte. Zwar nimmt seine Helligkeit im Laufe des Januars um fast eine ganze Größenklasse ab, dennoch ist Mars auch am Monatsende noch ein auffälliges Gestirn, das nur noch von Sirius am Abendhimmel an Glanz übertroffen wird.

In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar zieht der fast volle Mond knapp nördlich an Mars vorbei, eine auffällige Konstellation rund zwei Stunden nach Mitternacht. Vom Morgenhimmel zieht sich der Rote Planet allmählich zurück.

Noch ein zweiter, heller Planet schmückt den Abendhimmel, nämlich Saturn im Sternbild Löwe. Zu Monatsbeginn geht der Ringplanet gegen halb zehn Uhr abends auf, er ist jedoch lichtschwächer als Mars. Ende Januar steigt Saturn schon zwei Stunden früher über die östliche Horizontlinie. Den Saturnring erkennt man nur mit einem Fernglas oder Teleskop ab etwa dreißigfacher Vergrößerung. Wegen der geringen Öffnung des Ringes erscheint er uns gegenwärtig relativ schmal. Man sieht fast auf die Ringkante.

Merkur kann man vom 15. bis 28. Januar tief am Südwesthimmel etwa eine dreiviertel Stunde nach Sonnenuntergang erkennen. Rund eine halbe Stunde lang bleibt der flinke Planet beobachtbar, bevor er in den horizontnahen Dunstschichten verschwindet.

Venus eröffnet den Jahresreigen als Morgenstern. Sie verkürzt jedoch drastisch ihre Sichtbarkeitsdauer, die im Laufe des Monats um eineinhalb Stunden abnimmt. Ab Mitte Januar macht sich auch Jupiter am Morgenhimmel bemerkbar. Der Riesenplanet wandert durch das Sternbild Schütze und ist tief im Südosten in der beginnenden Morgendämmerung zu sehen. Zu Monatsende pirscht sich die strahlende Venus an Jupiter heran.

Der abendliche Fixsternhimmel zeigt nun seinen typischen Wintercharakter. Er wimmelt nur so von hellen Sternen. Wer steil nach oben blickt, sieht nicht nur das Himmels-W, die Kassiopeia, sondern auch einen hellen, gelblichen Stern erster Größe. Er heißt Kapella, der Ziegenstern. Kapella ist der Hauptstern im Fuhrmann. Der Sage nach ist der Fuhrmann der Erbauer des Himmels-Wagens, der tief im Nordosten auszumachen ist.

Halbhoch im Süden nimmt der Himmelsjäger Orion seinen Platz ein, ein markantes und leicht erkennbares Sternbild. Auffällig sind seine drei in einer Reihe stehenden Gürtelsterne. Knapp südlich, also unterhalb der Gürtelsterne, sieht man bei besonders klarem Himmel ein schwach leuchtendes, diffuses Fleckchen. Es wird als Orionnebel bezeichnet. Interstellare Gaswolken und Staubmassen werden von jungen, heißen Sternen zum Leuchten gebracht, ein beeindruckender Anblick im lichtstarken Fernglas. War man bisher der Auffassung, der Orionnebel sei 1 700 Lichtjahre von uns entfernt, so zeigen neue Messungen, dass die näheren Ausläufer und Sterne schon in 1 400 Lichtjahren anzutreffen sind.

Dem Himmelsjäger folgen der Große und der Kleine Hund. Bläulich- weiß funkelt strahlend hell Sirius, Hauptstern des Großen Hundes. Auch Prokyon im Kleinen Hund zählt zu den hellsten Sternen, wenn er auch von Sirius, dem hellsten Fixstern des Firmaments, bei weitem übertroffen wird. Beide Hundssterne gehören zum Wintersechseck, das außerdem noch die Sterne Beteigeuze im Orion, Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier und Rigel im Orion beinhaltet. Am Osthimmel macht sich der Löwe bemerkbar, der als typisches Frühlingssternbild die kommende Jahreszeit ankündet.

Unser Erdtrabant kommt am 8. um 12.37 Uhr in Neumondposition. Zwei Wochen später, nämlich am 22., wird um 14.35 Uhr Vollmond erreicht. Dabei steht die blendend helle Vollmondscheibe im Sternbild Krebs. Zweimal kommt der Mond in Erdferne, am 3. Januar mit 405 330 Kilometer und am 31. mit 404 530 Kilometer Distanz. In Erdnähe am 19. trennen uns dann 366 430 Kilometer von ihm.

Die Erde passiert in der Nacht von 2. auf 3. Januar um Mitternacht ihren sonnennächsten Bahnpunkt. Die Entfernung von unserem Zentralgestirn beträgt dabei 147 Mill. Kilometer, eine Strecke, die das Licht in acht Minuten und zehn Sekunden zurücklegt. Anfang Juli benötigt das Sonnenlicht dann siebzehn Sekunden länger, da die Erde sich dann mit 152 Mill. Kilometer in Sonnenferne befindet. Die Tageslänge wächst um eine Stunde an und die Mittagshöhe der Sonne nimmt um knapp sechs Grad zu.

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