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Sonne, Mond und Sterne im Juli: Jupiter früh am Abendhimmel

Gleich zu Monatsbeginn passiert die Erde ihren sonnenfernsten Bahnpunkt. In der Nacht vom 3. auf 4. Juli trennen uns 152 095 700 Kilometer von der Sonne. Ihr Licht benötigt dann acht Minuten und 27 Sekunden um die Erde zu erreichen.

dpa HAMBURG. Gleich zu Monatsbeginn passiert die Erde ihren sonnenfernsten Bahnpunkt. In der Nacht vom 3. auf 4. Juli trennen uns 152 095 700 Kilometer von der Sonne. Ihr Licht benötigt dann acht Minuten und 27 Sekunden um die Erde zu erreichen.

Anfang Januar trifft es 17 Sekunden früher bei uns ein. In Sonnenferne läuft die Erde am langsamsten. Ihre Bahngeschwindigkeit beträgt dabei 105 500 Kilometer pro Stunde. In Sonnennähe zu Jahresbeginn legt sie dagegen 109 100 Kilometer pro Stunde zurück.

Nach Sonnenuntergang leuchtet in der zunehmenden Dunkelheit als erstes Gestirn der Riesenplanet Jupiter in südwestlicher Richtung auf. Jupiter kommt am 6. im Sternbild Waage zum Stillstand und beendet damit seine Oppositionsperiode. Anschließend wandert er gemächlich wieder rechtläufig, also von West nach Ost, durch den Tierkreis. Schon in einem Fernglas sind seine vier hellen Monde zu sehen, die schon kurz vor Galileo Galilei der aus Gunzenhausen stammende Astronom Simon Marius im Herbst 1 609 entdeckt hat.

Bereits seit vierhundert Jahren beobachtet man auf Jupiter einen großen, rötlichen Fleck von der Ausdehnung mehrerer Erdoberflächen. Dieser Fleck entpuppte sich als gewaltiger Wirbelsturm in der dichten Jupiteratmosphäre. Überraschenderweise tauchte vor wenigen Wochen ein zweiter derartiger Fleck auf, der dem erstentdeckten nur wenig an Größe nachsteht.

Der zunehmende Mond begegnet dem Riesenplaneten am 5. Juli, wobei er gegen Mitternacht südlich von Jupiter steht. Nachdem sich Mars und der Ringplanet Saturn vom Abendhimmel verabschiedet haben, ist Jupiter der einzige helle Planet, der in der ersten Nachthälfte das Sternenzelt schmückt. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich der Riesenplanet ganz zurück.

Mitte Juli tauchen die Meteore des Aquariden-Stromes auf, der bis weit in den August hinein aktiv ist. Die stärkste Tätigkeit entfalten die Aquariden um den 28., wobei pro Stunde mit etwa dreißig Sternschnuppen zu rechnen ist.

Mit einem Fernglas kann Mars noch weit im Westen aufgestöbert werden. Venus bleibt nach wie vor Morgenstern. Gegen vier Uhr morgens erscheint sie im Nordosten. Sie wandert durch das Sternbild Stier. Am 23. begegnet die Sichel des abnehmenden Mondes der strahlend hellen Venus - ein netter Anblick am Morgenhimmel.

Am 11. tritt um 5.02 Uhr die Vollmondphase ein. Neumond fällt auf den 25., wobei die exakte Neumondposition um 6.31 Uhr morgens eintritt. Zwei Mal steht der Mond im Juli in Erdferne: Am 1. trennen uns 404 450 Kilometer von ihm und am 29. sind es 405 410 Kilometer. In Erdnähe kommt der Mond am 13., wobei er sich bis auf 364 290 Kilometer unserem Globus näher.

Am Fixsternhimmel hat sich der Szenenwechsel zum Sommerhimmel nun vollzogen. Hoch im Südwesten strahlt der orange-rote Arktur, der Hauptstern im Sternbild Bootes, zu deutsch der Rinderhirt. Im Südwesten ist noch die Jungfrau mit der hellen, bläulichen Spica zu erspähen. Mit 260 Lichtjahren Entfernung gehört Spica zu den weiter weg stehenden Sternen erster Größenklasse. Arktur hingegen ist mit 37 Lichtjahren Distanz noch einer der sonnennäheren Sterne. Der Große Wagen beginnt mit seinem Abstieg. Seine Deichsel deutet nach oben, der Wagenkasten hängt nach unten.

Den Osthimmel bestimmt nun das Sommerdreieck mit den hellen Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler. Die Leier ist ein leicht einprägbares Sternbild. Neben der hellen, bläulich-weißen Wega findet man einen kleinen Sternenrhombus. Hinzu kommt noch der berühmte Vierfachstern Epsilon Lyrae, der mit bloßen Augen als ein Einzelstern erscheint. Die Leier ist der Sage nach das Musikinstrument des Gottes Apoll.

Im Meridian, also in Südrichtung, halten sich die Bilder Herkules und der Schlangenträger mit der Schlange und tief im Süden der Skorpion auf. In südlicheren Breiten wird auch das Sternbild Lupus, der Wolf, sichtbar. Es liegt knapp süd-westlich von Antares. Nur die nördlichsten Bereiche des Wolfs sind von Mitteleuropa noch erkennbar. Vor genau tausend Jahren, nämlich im Sommer 1 006, flammte hier eine Supernova auf, die zehn Mal heller wurde als die Venus. Es war dies die hellste Sternexplosion, die je am irdischen Himmel beobachtet wurde.

Die Sonne verlässt am 21. das Sternbild Zwillinge und wechselt in das Sternbild Krebs. Am 23. tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Löwe. Die Tageslänge nimmt im Juli um eine Stunde ab, die Mittagshöhe der Sonne geht um fünf Grad zurück.

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