Forschung + Innovation
Kraniche breiten sich im Westen aus

Die Kraniche entdecken den Westen Deutschlands wieder. „Die Ausbreitung der Brutpaare geht von Osten aus. In diesem Jahr sind in Nordrhein-Westfalen die ersten Vögel brütend gesehen worden“, sagte der Leiter der AG Kranichschutz Deutschland, Wolfgang Mewes.

dpa KAROW. Die Kraniche entdecken den Westen Deutschlands wieder. „Die Ausbreitung der Brutpaare geht von Osten aus. In diesem Jahr sind in Nordrhein-Westfalen die ersten Vögel brütend gesehen worden“, sagte der Leiter der AG Kranichschutz Deutschland, Wolfgang Mewes.

Auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg gebe es wieder mehr Kraniche. Bundesweit seien rund 5 000 Brutpaare gezählt worden, etwa 1 000 mehr als bisher geschätzt. Hauptbrutgebiet für die majestätischen Vögel bleibe mit Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg der Nordosten Deutschlands, sagte Mewes, der in Karow den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide leitet. In den beiden Bundesländern zögen etwa drei Viertel aller deutschen Kraniche ihre Jungen auf. Der Bestand war 2004 erstmals genauer für einen deutschen Brutvogelatlas erfasst worden.

So wurden in Niedersachsen 400 Brutpaare - in den 70er Jahren waren es nur zwölf - und in Schleswig-Holstein rund 200 Brutpaare gezählt. „Auch in Hamburg brüten die Vögel - im Duvenstedter Brook - in Sachsen, Sachsen-Anhalt und sogar in Berlin“, sagte Mewes. Gründe für die Ausbreitung, ähnlich wie bei Fisch- und Seeadlern, seien der Populationsdruck und ein gutes Nahrungsangebot, wie etwa die Maisflächen in der Nähe der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen. „Weil das Moor wiedervernässt wird, ergeben sich gute Nistmöglichkeiten und Ruhezonen“, sagte Mewes. So sei das Moor bei Diepholz inzwischen auch ein beliebter Rastplatz für durchziehende Kraniche.

In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg werde der Kranich „immer mehr zum Wirtschaftsfaktor“, sagte Mewes weiter. Speziell im Herbst zur Sammel- und Rastzeit reisten tausende Touristen zu Führungen, Vorträgen und Beobachtungen rund um die Vögel in den Nordosten. Die meisten der rund 100 000 rastenden Kraniche in beiden Bundesländern seien inzwischen jedoch zur Überwinterung im Süden Europas abgeflogen.

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