Krebs
Computer hilft bei der Röntgen-Diagnose

Selbst für Experten ist es nicht einfach, auf Bildern aus dem Computertomographen Metastasen zu erkennen. Doch automatisierte Auswerte-Systeme in Krankenhäusern verbessern nun die Heilungschancen von Patienten und senken gleichzeitig auch noch die Kosten.

BERLIN. Metastasen in der Lunge zu erkennen, zählt zu den schwierigen Aufgaben im medizinischen Alltag. Das Gewirr von Bläschen und Blutgefäßen ist tückisch. Zwar liefert ein Computertomograph (CT) 400 Schnittbilder – und doch werden zuweilen millimetergroße bösartige Knötchen übersehen. „Die schiere Datenflut kann die Radiologen überfordern“, sagt Dag Wormanns, Chef der Radiologie der Evangelischen Lungenklinik Berlin (ELK).

Die Klinik setzt deshalb auf ein automatisiertes Verfahren: die computerassistierte Diagnose (CAD). Damit lassen sich Wucherungen zuverlässiger als bisher erkennen. Das System wertet CT-Aufnahmen automatisch aus und erkennt verdächtige Stellen auch dort, wo das menschliche Auge Schwierigkeiten hat.

Während ein einzelner Radiologe etwa 60 Prozent Treffsicherheit erreicht und ein zweiköpfiges Team zwischen 70 und 75 Prozent erkennt, gelingt dem CAD-System in Berlin eine Quote von 80 Prozent. Im Idealfall werden die restlichen Tumore vom Chirurgen ertastet. „Damit erhöht sich die Heilungschance erheblich“, sagt Wormanns.

Die Befunde und Bilder des Tomographen werden gespeichert. Der Rechner gleicht sie bei erneuten Untersuchungen automatisch ab, um etwa besonders akute Krankheitsherde zu kennzeichnen. Nach einer Pilotphase setzt die Berliner Klinik das System nun im Regelbetrieb ein – alle CT-Aufnahmen werden damit sicherheitshalber vom Computer gescannt.

Gerade kleine Lungenmetastasen werden laut Wormanns heute zuverlässiger erkannt. Die eigentliche Arbeit nehme das System den Medizinern aber nicht ab. „Es hilft bei der Entscheidung, aber es ist nicht der Entscheider.“ CAD ist in der Mammographie schon verbreitet und wird künftig vor allem bei der Erkennung von Lungenmetastasen im Frühstadium sowie bei der Nachsorge eingesetzt.

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