Kreuzfahrtschiffe
Wellenreiten auf Deck 13

Die großen Kreuzfahrtschiffe machen mitunter den Eindruck von schwimmenden Städten, die sich gegenseitig an Luxuriösität und Pracht überbieten. Das weltgrößte ihrer Art ist das „Freedom of the Seas“. Es glänzt mit Innovationen in puncto Unterhaltung und Kommunikation.

HAMBURG. Der junge Mann drückt sich das Surfbrett unter den Körper und wirft sich in die Strömung. Ein Augenblick später steht er auf dem Board, mit gekonnten Schwüngen durchschneidet er das Wasser. Das Publikum jubelt. Als die „Freedom of the Seas“ am Montag in Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt wird, erleben die Gäste eine Innovation in der touristischen Seefahrt. Am gestrigen Dienstagmorgen verließ der Riese Deutschland mit Zwischenziel Oslo – am 10. Mai wird er in New York erwartet.

Der Neubau von Royal Caribbean Cruises (RCC) löst nicht nur die Queen Mary 2 als größtes Kreuzfahrtschiff der Welt ab. Der knapp 339 Meter lange, 56 Meter breite und 72 hohe Ozeanriese ist auch das erste Passagierschiff weltweit, das mit einer Surfanlage an Bord aufwarten kann. Die Reederei ließ auf Deck 13 des Megaliners ein zehn mal zwölf Meter großes Becken bauen, das sich über zwei Ebenen erstreckt und dadurch ein Gefälle aufweist. Die Surfer reiten auf einem flachen Strom, der pro Minute mit 120 Kubikmetern Wasser gespeist wird.

RCC, mit den beiden Marken Royal Caribbean International und Celebrity Cruises nach der Carnival Corporation zweitgrößte Kreuzfahrtgesellschaft der Welt, ist damit erneut Vorreiter in der Branche. Bereits in der Vergangenheit setzte das US-Unternehmen durch Kletterwand und Eislaufbahn Maßstäbe – beides gibt es auch auf der Freedom of the Seas. Zudem schreibt sich RCC auf die Fahnen, die Schiffe stets mit moderner Kommunikationstechnologie auszustatten. Die Passagiere können überall und jederzeit mit dem Handy telefonieren. Ebenso ist der kabellose Internetzugang dank Wi-Fi-Technologie an Bord möglich.

Die Freedom of the Seas gleicht mit ihrem Sport- und Unterhaltungsangebot, dem Einkaufsboulevard, den zehn Restaurants und 16 Bars einer schwimmenden Kleinstadt – mit entsprechendem Energiebedarf. Das Schiff erzeugt 75 Megawatt Strom und könnte damit einen 8 000-Einwohner-Ort versorgen. In dieser Größenordung bewegt sich die Passagierzahl noch nicht. Doch kann der Megaliner bereits bis zu 4 375 Gäste aufnehmen. Derart viele Menschen auf einem Hochseekreuzer unterbringen zu können, ist auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit: große Pötte versprechen mehr Gewinn als kleine Schiffe. Die alleinige Erklärung für den Gigantismus ist dies aber nicht.

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