Forschung + Innovation
Künast will Krebs erregende Stoffe in Zigaretten verbieten

Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) will Krebs erregende Zusatzstoffe von Zigaretten verbieten und alle bei der Herstellung verwendeten Substanzen veröffentlichen.

dpa BERLIN. Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) will Krebs erregende Zusatzstoffe von Zigaretten verbieten und alle bei der Herstellung verwendeten Substanzen veröffentlichen. „Sobald wir bei einem Stoff feststellen, dass er etwa Krebs erregend ist, wird dieser verboten“, sagte Künast der Zeitung „Bild am Sonntag“.

Am Mittwoch wolle sie eine 1 147 Seiten umfassende Liste mit sämtlichen Zusatzstoffen von Zigaretten ins Internet stellen. Zu den verwendeten Stoffen gehörten beispielsweise Menthol, Rum, Lakritze, Kakao, Zucker, Glycerin oder Weinsäure. Auch Johannisbrotkernmehl, Milchsäure, Ammoniak, Zellulosefaser, Maissirup und Pflaumenextrakt werden laut „Bild am Sonntag“ auf der Liste aufgeführt.

Zusatzstoffe dieser Art sind zwar für Lebensmittel zugelassen. Künast will dem Zeitungsbericht zufolge aber untersuchen lassen, welche Substanzen bei der Verbrennung des Tabaks giftige Stoffe freisetzen oder dazu dienen, süchtig zu machen. „Wissenschaftler vermuten, dass mit Zusätzen wie Menthol und Ammoniak die Sucht verstärkt wird - etwa indem der Hustenreiz beim Inhalieren gelindert oder die Nikotinaufnahme erhöht wird“, sagte Künast.

Bei Stoffen wie Kakao und Honig bestehe zudem der Verdacht, dass sie Jugendlichen das Rauchen erst schmackhaften machten. „Das ist wie bei den Alcopops: Jugendlichen würde harter Stoff niemals schmecken. Sie finden das Zeug nur genießbar, weil es pappesüß ist“, sagte Künast.

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