Kunststoff zeigt Eigenschaft auch bei Raumtemperatur
Forscher entwickeln magnetisches Plastik

Britische Forscher haben den weltweit ersten bei Raumtemperatur einsetzbaren Magneten aus Kunststoff entwickelt. Bislang funktionierten solche Magnete nur bei sehr tiefen Temperaturen von minus 263 Grad Celsius, was nur wenige Grad über dem absoluten Nullpunkt liegt.

wsa HAMBURG. Andere Entwicklungen waren bei Raumtemperatur zu schwach magnetisch, um kommerziell eingesetzt werden zu können. Praktische Anwendungen für das neue Material sind vor allem bei Computern zu erwarten, etwa als magnetische Schicht auf Speicherplatten. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Medizin.

Naveed Zaidi, Physiker an der University of Durham, hat die Entstehungsgeschichte im Wissenschaftsmagazin „New Scientist“ geschildert. Sein Team wollte einen Kunststoff erzeugen, in dem sich geladene Teilchen anordnen. Diese so genannten freien Radikale sollten für den magnetischen Effekt sorgen. Zaidi und Kollegen mischten dazu ein elektrisch leitfähiges Material mit einem Stoff, der freie Radikale absondert.

Doch die Mischung zeigte wenig magnetische Eigenschaften und wäre nach drei Monaten beinahe im Müll gelandet. Zufällig überprüften die Forscher aber nochmals den Magnetismus und stellten verblüfft fest, dass das Material „gereift“ war. Es hatte sich soweit verändert, dass es bei Raumtemperatur sogar Eisenspäne aufheben konnte. Die Moleküle hatten sich mit der Zeit geordnet ausgerichtet. Das sorgte für die stärkere Magnetkraft. Neue Proben und Versuche bestätigten den Effekt.

Bis die Entwicklung von der Insel serienreif ist, wird es aber noch dauern. Denn obwohl die Magnetkraft des Materials deutlich stärker und alltagstauglicher als bei anderen Spezial-Kunststoffen ist, reicht sie noch lange nicht an die üblicherweise benutzten Metalllegierungen heran. Zudem schwankt noch die Qualität der Proben. Doch die Forscher sind zuversichtlich, Magnetstärke und Zuverlässigkeit zu steigern. Wenn dies gelingt, ist das Material vielfältig einsetzbar. Denn durch variierende Mischungen der einzelnen Komponenten ließe sich stets ein Magnet herstellen, der optimal auf den Einsatzzweck abgestimmt ist.

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